Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute


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       Toleranz und Verständnis
       

DIE RASSISTISCHE TUGENDLEHRE DER AUSLÄNDERFREUNDE

1. Türken soll man n i c h t "Knoblauchfresser" oder "Stinker" schimpfen. Das lernt man schon in der Grundschule. W a r u m man das nicht soll, lernt man nicht. Es g e h ö r e s i c h n i c h t, heißt der a r g u m e n t l o s e Bescheid. Es han- dele sich dabei um ein V o r u r t e i l, wird dem Nachwuchs mitgeteilt. Nun weiß er, daß es gegen den A n s t a n d ver- stößt, wenn er nachplappert, die Ausländer seien "Gesocks", das nicht hierher gehöre. Aber bekanntlich ist die Beteuerung der A n s t ä n d i g k e i t eines Urteils von ihrer W a h r h e i t soweit entfernt, wie die B e r u f u n g a u f M e h r h e i t e n bei Entscheidungen von deren V e r n u n f t. Und weshalb ist sie so verbreitet? 2. Eifrig üben ausländerfreundliche Erzieher die anständigen Urteile ein: 'Türken seien doch auch Menschen', 'ohne sie müßten wir (!) die hierzulande anfallende Drecksarbeit selber erledigen', 'für ihre Lebensart könnten sie ja nichts' und 'es sei nachgewiesen, daß die Ausländer es mit der Gesetzestreue nicht anders halten als die Deutschen'. Merken sie eigentlich nicht, daß eine W e r b u n g u m V e r s t ä n d n i s für die Ausländer mit einer K r i t i k d e r A u s l ä n d e r f e i n d e nichts zu tun hat? Ausgerechnet die Ausländer f e i n d e möchten sie für die Ausländer e i n n e h m e n? Mit welchen Werbesprüchen kann man wohl bei denen landen? Natürlich nur mit solchen: Daß Ausländer sehr n ü t z l i c h sind, weil sie dem Inländer (angeblich) die Drecksarbeit abnehmen. Daß Ausländer bei aller Unterschiedlichkeit doch l e t z t l i c h auch zur Gattung M e n s c h zählen. Daß Ausländer dieselben Fanatiker von R e c h t u n d O r d n u n g sind, wie die Ausländerfeinde. Mit anderen Worten: Es soll sich also der Ausländer vor den Maß- stäben rassistischer Bundesbürger bewähren. Erst dann erweist er sich einer Fürsprache für würdig. So wird die Ausländerhetze nicht zurückgewiesen, sondern so werden ihre Maßstäbe geteilt. Übrigens: Würde es denn wirklich f ü r die Ausländer sprechen, wenn die Werbesprüche der Ausländerfreunde stimmen würden? 3. Wo um Toleranz und Verständnis geworben wird, da ist die Ver- wechslung von K r i t i k des bundesrepublikanischen Rassismus mit einer P a r t e i n a h m e für seine O p f e r schon ge- laufen. Folglich verdankt sich diese Parteinahme n i c h t ei- nem positiven Urteil über türkische Familiengesetze und islami- sche Religion, sondern allein der Moral der Toleranz. Wer zur T o l e r a n z aufgerufen wird, soll nämlich kein Urteil ein- sichtig revidieren, sondern vorübergehend den e i g e n e n Be- urteilungsmaßstab a u s s e t z e n und sich mal theoretisch auf den gerade verurteilten Standpunkt stellen. So geht Toleranz: Man darf den eigenen rassistischen Maßstab b e i b e h a l t e n, wenn man nur dem der Türken ebenfalls ein E x i s t e n z r e c h t zubilligt. Das kennt man von der Mei- nungsfreiheit: Die andere Meinung soll man respektieren, gerade weil man sie n i c h t t e i l t. Seltsam. Wohin das wohl führt? 4. Die praktische Seite dieser ausländerfreundlichen Moral ist die Forderung nach g l e i c h e n R e c h t e n für Ausländer: Wer sich schon an den hiesigen Maßstäben von Tugend, Sitte, Diensteifrigkeit und Gesetzestreue bewährt, der soll auch der gleichen Rechte teilhaftig werden wie die deutschen Untertanen. Wem das wohl hilft, wenn sich Ausländer mit all den inländischen Rechten und Pflichten ausgestattet ordnungsgemäß in alte oder "neue Armut" einfädeln? zurück