Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute


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       Wahlgeschenke der neuen Art:
       

"ASYLANTEN BALD ZUR ERNTEHILFE"

"Die Bundesregierung plant, abgelehnten Asylbewerbern einen Ein- satz als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft anzubieten. In ei- nem Gespräch mit der Tageszeitung 'Die Welt' erklärte Bundesin- nenminister Schäuble am Wochenende, ein bis zu dreimonatiger Ein- satz als Erntehelfer in der Landwirtschaft solle von 1990 an für abgelehnte Asylbewerber gelten, die aus humanitären Gründen den- noch nicht in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Betroffen da- von sind rund 200.000 Flüchtlinge. Bisher unterliegen Asylbewer- ber einem Arbeitsverbot. ... Der Sozialexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Ger- ster, erläuterte, bisher würden viele Landwirte Saisonarbeiter aus Polen und Jugoslawien zur Erntezeit illegal beschäftigen. Gleichzeitig dürften abgelehnte Asylbewerber nicht arbeiten und lebten von der Sozialhilfe. Dies führe zu Neid und Fremdenfeind- lichkeit in der Bevölkerung. Nach Ansicht des CDU-Experten ist es besser, 'die schaffen zu lassen, die bereits da sind', als zu- sätzliche Hilfskräfte aus dem Ausland zu holen." (Weser-Kurier, 26.6.) Demnächst (ab 1990) sollen also Ausländer (= Asylanten) anderen Ausländern (= polnische, jugoslawische usw. Wanderarbeiter) deut- sche Arbeitsplätze klauen dürfen, damit die deutschen Republika- nerwähler dann wieder die richtigen Parteien (= CDU, SPD, FDP) wählen. Mit A r b e i t s d i e n s t kann man das selbstverständlich nicht vergleichen. "Arbeit macht frei!" - auf demokratisch sieht das so aus: - Zum Ernteeinsatz v e r p f l i c h t e t wird kein abge- lehnter Asylant. Er kann sich weigern. Konsequenzen werden sich die zuständigen Behörden schon einfallen lassen. - U m s o n s t arbeiten muß auch kein Ausländer im Ernteein- satz. Was die Höhe des Entgelts betrifft, so bieten die gültigen Tagessätze für die Verpflegung unerwünschter Ausländer eine pas- sende "Lohnleitlinie". zurück