Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT TARIFPOLITIK - Von Lohnrunden ohne Lohn
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Der Sachverständigenrat zur Tarifrunde 80/81
DER LOHN IM AUF UND AB DER KONJUNKTUR
1964/65: Stabiles Geld - stetiges Wachstum
"...dürfen die Normallöhne... nicht stärker erhöht werden, als
sich... das Produktionsergebnis je Stunde erhöht."
1965/66: Stabilisierung ohne Stagnation
"...wahrscheinlich Tariflohnerhöhungen ... eine ernste Gefährdung
der Geldwertstabilität."
1966/67: Expansion und Stabilität
"...Konflikt zwischen hohem Beschäftigungsstand und Preisnive-
austabilität. Er scheint vor allem darin zu liegen, daß die Ar-
beitnehmerorganisationen... eine marktwidrige Erhöhung der Lohn-
quote anstreben."
"...Niveau der Lohnsätze muß sich in einer Marktwirtschaft im
Prinzip nach der Produktivität der zusätzlichen Arbeitsplätze
richten, die weniger produktiv sind."
"Auf längere Sicht brauchen die Arbeitnehmer einen hohen Beschäf-
tigungsstand nicht mit einer niedrigeren Lohnquote zu
'bezahlen'."
1968/69: Alternativen außenwirtschaftlicher Anpassung
"Aus dem Dilemma zwischen Marktkonformität - und Kosteniveauneu-
tralität gäbe es den Ausweg,... einen Teil der Lohnerhöhungen für
1969 vermögenswirksam anzulegen."
1969/70: Im Sog des Booms
"...wäre vielmehr eine Strategie angemessen,... die Verteilungs-
proportionen... wenigstens für die kritische Phase annähernd zu
stabilisieren."
1970/71: Konjunktur im Umbruch - Risiken und Chancen
"...Verteilungspolitische Forderungen, die daraus resultieren,
müssen den Steuergesetzgeber treffen, nicht den Markt, der solche
Probleme nicht löst."
1971/72: Währung, Geldwert, Wettbewerb Entscheidungen für morgen
"Kostenniveauneutral... ist die Lohnpolitik, wenn... Löhne nicht
stärker steigen... als... Zunahme des gesamtwirtschaftlichen Pro-
duktionsergebnisses. ... Anstieg des Preisniveaus..."
1973/74: Mut zur Stabilisierung
"Es führt kein Weg an der Einsicht vorbei, daß über den Ausgang
der Stabilitätspolitik im Jahre 1974 die Lohnpolitik entschei-
det."
"In diesem Fall bräuchte wegen einer vergleichsweise höheren Be-
schäftigung und verminderten Preissteigerungen an der Summe der
Reallöhne keineswegs das verloren zu geben, was beim nominalen
Lohnsatz - vergleicht man mit dem Ergebnis einer aggressiven Ta-
rifpolitik - eingebüßt würde."
1974/75: Vollbeschäftigung für morgen
"...schlagen wir vor, folgende 6 Punkte der Tarifpolitik 1975 für
außer Streit zu erklären: ... nicht die Einkommensverteilung wei-
ter zugunsten der beschäftigten Arbeitnehmer zu verändern..."
1975/76: Vor dem Aufschwung
"...es wird bei den Lohnverhandlungen auf Ergebnisse ankommen,...
die Vertrauen schaffen, daß neue Investitionen wieder lohnend er-
scheinen,... der Lohnkostendruck bald gemildert wird und sich
auch später in Grenzen hält."
1976/77: Zeit zum Investieren
"Gesamtwirtschaftlich ist entscheidend, daß sich das Vertrauen in
die Lohnpolitik weiter festigen kann."
1977/78: Mehr Wachstum - mehr Beschäftignng
"Warum die Löhne überhaupt erhöhen? In der Tat gibt es keinen
zwingenden Grund, dies zu tun."
1978/79: Wachstum und Währung
"In den Jahren seit der Rezession von 1975 ist die Gewöhnung an
niedrigere Lohnsteigerungsraten gelungen."
1979/80: Hier schliefen dem MSZ-Zitatencomputer die Füße ein.
1980/81: (siehe 1964...)
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