Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT IG-CHEMIE - Die Lohnfrage ist tot


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       Tarifabschluß Chemieindustrie:
       

DIE IG CHEMIE - UNVERSCHÄMT ZUFRIEDEN

Die "reine Geldrunde", die die IG Chemie ihren Mitgliedern groß- spurig versprochen hatte, ist vorbei. 6,5% mehr Lohn sind das Er- gebnis. Ob die Chemiearbeiter damit gut leben können, spielt keine Rolle. Ihre Gewerkschaft kann es dafür um so besser: "Für uns ist das ein Super-Ergebnis. Wir haben das zwar verdient, aber eigentlich nicht damit gerechnet." (Ein Betriebsratsvorsit- zender zur "gewerkschaftspost") Mit wieviel Prozent weniger die IG Chemie dann eigentlich g e- r e c h n e t hat, bleibt zwar ihr Geheimnis, v e r d i e n t will sie dieses Super-Ergebnis dennoch haben. Als ausgesprochen "unverschämt", um nicht zu sagen "provokativ", galt ihr nämlich das 5,4 %-Angebot der Unternehmer zu Beginn der Verhandlungen. Da hätte die IG Chemie gar nicht ihr berühmtes Gesicht wahren können, weswegen es ihr als "unannehmbar" aufstieß. Man denke nur: Noch unter dem Metallergebnis abschließen, das mit seinen 6% den diesjährigen Maßstab für konjunkturgerechte Abschlüsse gesetzt hatte! Wo die IG Chemie doch immer so entschieden auf ih- ren Standpunkt wert legt, daß ihre Mitglieder dann am besten fahren, wenn sie jeglichen Streit mit der Unternehmerseite vermeidet und sich gütlich auf das "Vernünftige" einigt. Und so ist es ja dann auch gekommen - 6,5%. So nahe liegen eine "unerhörte Provokation" und ein "Super-Ergebnis" beieinander, wenn es der Gewerkschaft um ihr Renommee geht. Die Differenz von null-komma-einpaarzerquetschte ist jetzt haargenau der "Teil des Chemie-Booms", der den "berechtigten Anteil der Chemiearbeiter" ausmacht. Und die IG Chemie steht einfach Spitze da. Ihre Leute zählen nach ihrem eigenen Bekunden "nach wie vor zu den deutschen Spitzenver- dienern", was wiederum nur eines beweist: Schon vor dieser "reinen Geldrunde" fand die IG Chemie die Löhne der Chemie-ler schwer in Ordnung - einfach Spitze im Vergleich mit den anderen deutschen Billiglöhnern. Und jetzt erst, nach der Runde! Sogar 0,5% mehr als bei den Spitzenlöhnern von Metall waren drin! Auf diesen selbstzufriedenen Beweis kam's der Gewerkschaft von vorneherein an. Die Arbeiter können jetzt nachrechnen, was sie davon haben. zurück