Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT IG-CHEMIE - Die Lohnfrage ist tot


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       Nicht alles war drüben schlecht - oder:
       

DIE IG CHEMIE STREITET FÜR DAS RECHT DER DEUTSCHEN FRAU AUF NACHTARBEIT

Wer sich bisher erzählen lassen mußte, daß alles an der DDR, ein- schließlich der sogenannten sozialen Errungenschaften, bodenlos mies und zum Untergang verurteilt sei, wird nun von den Frauen der IG Chemie eines Besseren belehrt: Zumindest eine Sache gibt es, die unbedingt erhaltenswert ist. Frauen in der Bundesrepublik werden nämlich diskriminiert. Statt sich wie ihre männlichen Kollegen auch nachts ihr Geld in der Fa- brik verdienen zu können, müssen sie auf die begehrten Nachtar- beitszuschüsse verzichten, bloß weil einige Bonner Politiker meinten, sie sollten nachts zu Hause bleiben und sich um den deutschen Nachwuchs kümmern. Die Gewerkschaftsfrauen haben nun die einmalig günstige Chance entdeckt, diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu setzen: Ihre Geschlechtsgenossinnen hier sollen endlich nicht mehr und die in der ehemaligen DDR nicht schon wieder unterdrückt werden! Echte Freiheit ist, wenn Frauen auch nachts arbeiten dürfen: Eine gute deutsche Frau hält das aus. Beweis: Drüben gab und gibt es kein Nachtarbeitsverbot für Frauen. Das ist gut. Nicht zu übernehmen ist dagegen die sozialistische Eigenart der DDR, den arbeitenden Frauen die Sache mit Kindergärten und Krippen erträglicher zu ma- chen. Das war ja die bekanntlich unausstehliche Tour, mit der die Frauen drüben bis zum Äußersten gegängelt wurden und die ein aufrechter Gewerkschafter nur verachten kann. Man weiß ja, wo das hingeführt hat. Also rein mit den Frauen in die gesamtdeutschen Fabriken, wenn das Kapital sie auch nachts braucht! Wenn's der Gleichstellung dient. zurück