Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT BETRIEBSRAT - Institution des sozialen Friedens


       zurück

       Der BMW-Betriebsrat probt den Aufstand
       

VON DER DDR LERNEN?

Deutschland ist im nationalen Rausch, und die Deutschen werden zusehends besoffener. Betriebsräte machen da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Der Betriebsratsvorsitzende von BMW in München, Schoch, eröffnete die letzte Betriebsversammlung folgendermaßen: "Die Ereignisse in der DDR haben gezeigt: Man kann nicht gegen den Willen des Volkes regieren." Nach Ansicht des Betriebsrats sieht man das nicht nur an der DDR, sondern auch hierzulande, wo sich das Volk bekanntlich die Unta- ten seiner Herrschaft nicht bieten läßt. Der Betriebsrat weiß, wovon er redet. Zum Beispiel von der Steuerreform. Die war näm- lich hundsgemein, weil sie den deutschen Automobilfirmen das an- sehnliche Geschäft mit der Belegschaft versaute. Aber das Volk hat zurückgeschlagen und in Gestalt des Betriebsratsvorsitzenden mit den Chefs von BMW ausgehandelt, daß die Steuer, die jetzt auf den Jahreswagenrabatt fällig ist, von der Firma als K r e d i t vorgeschossen wird. Der Staat kassiert die Steuergelder, BMW macht weiter Geschäfte mit den Jahreswagen und einige BMW-ler sind noch mehr verschuldet als vorher. Oder die Sache mit der Rente. Wenn die da oben meinen, daß es sich das Volk bieten läßt, im Alter nur mit ein paar lumpigen Kröten dazustehen, dann haben sie nicht mit dem Volk, pardon: dem BMW-Betriebsrat gerechnet. Der Mann von der Hamburg-Mannheimer wird blaß, denn jetzt kommt der Robin Hood von Milbertshofen und handelt für die Arbeitnehmer eine Versicherung aus: Eine L e b e n s v e r s i c h e r u n g v o n B M W macht das Le- ben zwar noch teurer, dafür versüßt sie die letzten Jahre, erhöht das Kapital von BMW und ist sogar von der Steuer absetzbar! Woran man wieder sieht: Man kann nur mit dem Volk gegen es regie- ren. zurück