Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT ALLGEMEIN - Politik auf Kosten der Arbeiter
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Bremer Hochschulzeitung Nr. 43, 16.11.1981
Wochenschau
DER DGB
will eine "Kampagne gegen die Sparbeschlüsse der Regierung" be-
ginnen (dpa vom 8. November) und handelte sich schon zwei Tage
später dabei die "Unterstützung von Schmidt und Brandt" ein, die
öffentlich "Verständnis für die gegenwärtige Kritik der Gewerk-
schaften an der Bonner Wirtschaftspolitik äußerten." Eine eigen-
artige Kampagne, die sich Heinz Oskar Vetter da ausgedacht hat:
Kaum äußert er Vorschläge gegen die Regierungspolitik, schon
kriegt er vom Kanzler "große Sympathie für seine beschäftigungs-
politischen Vorschläge." Es muß irgendwie an den Vorschlägen lie-
gen:
1. "DGB widersetzt sich entschieden Sonderopfern bestimmter Be-
völkerungqmppen." Das muß eine Regierung unterschreiben, die
keine "Sonderopfer" will, sondern die Bevölkerung solange
schröpft, bis sie genug beisammen hat, um in einer "besonderen
Situation" die meisten Bevölkerungsgruppen zu opfern.
2. "Sorgt dafür, daß die FDP in Bonn wieder die Rolle spielt, die
ihr mit ihren 10 Prozent zukommt." (Steinkühler, IG Metall) Dafür
muß Schmidt einfach Sympathien haben, wenn er im "Spiegel" immer
wieder lesen muß, daß "in Vize Genscher" der "heimliche Kanzler"
der Nation ist.
3. "DGB fordert ein Beschäftigungeprogramm." Dem Kanzler, der
seit Jahren nichts anderen fordert, als "daß unverzüglich Maßnah-
men zur Bekämpfung der wachsenden Arbeitslosigkeit getroffen wer-
den", aus der Seele gesprochen. Schon Mitte Januar 1982 will er
jetzt wieder einmal "mögliche staatliche Maßnahmen zum Kampf ge-
gen die Arbeitslosigkeit andeuten."
Für häßliche Töne sorgte lediglich ein Flugblatt der IG Metall in
Stuttgart, in dem Bundesfinanzminister Matthöfer vorgeworfen
wurde. "Unter dem Vorwand, Mißbräuche zu beseitigen und sparen zu
wollen, fährt die Bundesregierung mit dem Mähdrescher über die
sozialen Leistungen hinweg." Matthöfer an Steinkühler: "Mit dem
Wort Anschlag unterstellen Sie Hinterhalt oder Heimtücke." Ein
Vorwurf, den man der Bundesregierung nun wirklich nicht machen
sollte. Sie hat nie ein Hehl daraus gemacht, daß die "sozialen
Leistungen" nur dann richtig ge- und nicht mißbraucht werden,
wenn man sie erst gar nicht in Anspruch nimmt.
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