Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT ALLGEMEIN - Politik auf Kosten der Arbeiter
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Der Veranstaltungskommentar
"WOFÜR KÄMPFT DER DGB?"
Daß der Klassenkampf in einer sozialstaatlichen Demokratie in den
Köpfen von Intellektuellen als überholt gilt, während er tagtäg-
lich geführt wird, allerdings nur von einer Seite, den Kapitali-
sten, in Fabriken und am Tarifverhandlungstisch; daß die Organi-
sation der anderen Seite, der DGB, ihre ganze Kraft für alles an-
dere denn den Lohn der Arbeiter aufwenden will; daß diese Gewerk-
schaft sehr mitverantwortlich ein Ordnungsfaktor ist, der bereit-
willigst alle Beschlüsse des Staates gehen ihre Mitglieder als zu
unterstützen ansteht; und daß die Kritik des DGB an der wachsen-
den Arbeitslosigkeit nicht diesen Entzug der Existenzgrundlage
der Arbeiter, sondern vergeudete Arbeitsressourcen (also für die
Nation, die sie benutzt) im Auge hat - in all diese Argumente
legte der Referent auf dem Teach-In der "AG für studentische In-
formation", zu dem auch die MARXISTISCHE GRUPPE aufgerufen hatte,
seinen ganzen Klassenhaß. Da konnte es allerdings nicht ausblei-
ben, daß auch die Klasse, die immer den Schaden davonträgt, ihr
Fett abbekam, und zwar genau deshalb, weil sie ihn auf ihre Weise
erträgt. Derjenige Kollege, der vorschlug, es sich zwecks lieber
Parteilichkeit für die Arbeiter zu verkneifen, diese in ihrem
falschen und ruinösen Umgang zu kritisieren, der auf eigene Über-
leistung setzt statt sich einen ordentlichen Grundlohn zu holen,
steht also durchaus an der Seite der Arbeiterklasse. Nur heißt
das nicht mehr, als bei deren Mitmacherei bei ihrer Schädigung
mitzumachen.
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