Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT ALLGEMEIN - Politik auf Kosten der Arbeiter
zurück
UNDANK FÜR MITTERMÜLLERS BEMÜHUNGEN UM ARBEITSPLÄTZE
Seit Jahren beglückt uns Alois Mittermüller mit seinen Reden zum
1. Mai. Als DGB-Kreisvorsitzender von München gilt seine Haupt-
sorge der Arbeitslosigkeit. So im Mai '86:
"Der Wirtschaftsaufschwung ist zwar da, aber es ist ein Auf-
schwung der Gewinne und Aktienkurse. ... Die Regierung tut nichts
Entscheidendes zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit." Da hilft nur
"... eine Investitionsoffensive für qualitatives Wachstum."
Im Mai '87 wußte er schon, daß Ende des Jahrtausends mit "high
tech im Großraum Münchens" auch nicht mehr viel los ist.
"Das Gewicht muß deshalb in Zukunft stärker auch auf andere Indu-
strien und ihre Erhaltung gelegt werden."
Daß er seine Kampfreden zum 1. Mai ernst meinte, bewies er mit
seinem Ersparten und investierte es in einem traditionsreichen
und arbeitsintensiven Gewerbe, das gleichzeitig für die Deutschen
einen hohen Erholungswert hat. Daß er dem thailändischen Mißmana-
gement rücksichtslos Einhalt gebot, versteht sich von selbst. Ne-
ben seinem Eingemachten setzte er nun auch noch seine erprobten
Führungsqualitäten als Geschäftsführer der neuen Firma ein, um
der Gefahr von struktureller Arbeitslosigkeit durch Stellenabbau
im horizontalen Gewerbe am Pattaya entgegenzuwirken. Daß ihm sein
Engagement jetzt vorgehalten wird, ist einerseits ziemlich unge-
recht, wundert uns aber trotzdem nicht. Denn einen Fehler hat er
schon gemacht: Er hat, und das in seiner Position, die gewerk-
schaftliche Heuchelei des selbstlosen Einsatzes für die Arbeit-
nehmer zu hoch verzinst und sich dabei noch erwischen lassen.
zurück