Quelle: Archiv MG - BRD GEWERKSCHAFT ALLGEMEIN - Politik auf Kosten der Arbeiter


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LADENSCHLUSS: "SO NICHT NOCH MAL"

"Osnabrück (dpa). Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) würde den vor wenigen Monaten geschlossenen Tarifvertrag über den Ladenschluß im Einzelhandel angesichts der inzwischen gewonnenen Erfahrungen mit dem Dienstleistungsabend nicht noch einmal un- terzeichnen. DAG-Chef Issen erklärte, man werde sich künftig nicht mehr damit begnügen, den Arbeitgebern als Vertragspartner zu trauen." (Kurier am Sonntag, 26.11.89) Warum also sind mittlerweile donnerstags abends die meisten Ge- schäfte offen? Weil die DAG betrogen worden ist! Gut geheuchelt. Erst schreibt man in den Tarifvertag, "Existenzbedrohung" sei ein hinreichender Grund, das Verkaufspersonal auch am Abend abzukom- mandieren. Dann wird diese Formulierung von der Gewerkschaft auch noch korrigiert, weil die Arbeitgeber sie als "zu eng" empfinden. Konkurrenz n a c h t e i l e sollen als Begründung für den "Dienstleistungsabend" ausreichen. Dann halten sich Geschäftslei- tung und Betriebsrat an diese Devise und deuten auf andere Ge- schäfte, die im Vorteil sind, wenn ihnen der eigene Laden das Feld überläßt. Und siehe da: Die Gewerkschaft ist zutiefst ent- täuscht, daß die Kaufhäuser den Freibrief nutzen, den sie verein- bart hat. Das hätte sich die DAG nie träumen lassen: daß die Han- delskapitalisten, die doch ansonsten notorisch auf ihre Beschäf- tigten Rücksicht nehmen, am Donnerstag abend glatt antreten las- sen, bloß weil es ihnen die Gewerkschaft erlaubt hat! zurück