Quelle: Archiv MG - BRD FASCHISTEN ALLGEMEIN - Rechtsextremismus und Demokratie


       zurück

       

"ICH BIN STOLZ, EIN DEUTSCHER ZU SEIN!"

Das heften sich Rechte ans Revers. Und verlangen von jedem, er solle sich schämen, wenn er nicht genau so denkt und fühlt. Be- gründungen gibt's keine. Für jeden Menschen mit deutschem Paß soll das selbstverständlich sein, basta. Von wegen! Stolz ist für sich nicht das Schlauste: Da freut sich einer nicht über einen Nutzen, sondern über sich. Aber wenn es schon um Stolz gehen soll: Stolz, das mag man auf eine eigene Leistung, auf einen Ertrag sein. Aber aufs Deutschsein? Deutsch ist man, weil man zufälligerweise mit deutschen Eltern in der BRD geboren wurde: Das war schon mal keine Leistung. Deutsche gehn zur Schule. Es gibt nämlich eine Schul p f l i c h t. Über den Er- folg entscheidet die Anstalt so, daß die Scheidung der Leute in eine große Masse für Fabrikarbeitsplätze und eine kleine Elite für Führungsposten mit schöner Regelmäßigkeit zustandekommt. Deutsche werden zur Bundeswehr eingezogen: eine Pflicht, die nur kostet. Deutsche Unternehmer haben Ertrag, indem sie arbeiten l a s s e n. Die anderen Deutschen w e r d e n eingestellt oder nicht, leisten, was der Betrieb v e r l a n g t und be- stimmen nicht mal ihren Lohn selber. Deutschen werden Steuern usw. abgezogen ... In aller Regel liegt das Verhältnis gar nicht vor, daß ein frei gewähltes Interesse durch Leistung realisiert wird, worauf einer stolz sein könnte, wenn er partout will. Stattdessen machen sich die Leute lauter Pflichten zum Interesse. Und die heißen erst mal Lernen, Antreten, Arbeiten und gar nicht Deutsch-Sein. Das haben die Bürger in so ziemlich allen modernen Staaten zu tun. Deutsch ist daran nur, daß in der BRD eine deutsche Obrigkeit diese Pflichten organisiert. Und wie steht es um Erfolg und Ertrag? Das Einkommen der meisten Leute geht regelmäßig dafür drauf, daß sie regelmäßig ihre Pflicht erfüllen können - von wegen Ertrag. Dafür rechnen sie sich als Erfolg an, ein Leben lang ihre Pflicht getan zu haben. Aber das ist doch wohl kein Erfolg für den, der's machen muß. Dafür ist Deutschland reich. Aber der Reichtum gehört den Leuten gar nicht, die stolz drauf sein sollen. Dafür ist Deutschland mächtig. Und die Deutschen sind seine Un- tertanen, die stolz drauf sein sollen. Bleiben also erfundene Vorzüge höherer Art, auf die der Deutsche stolz zu sein hat: Die schöne deutsche Heimat - welche denn? Die schönen Berge? Die sprächen auch für Österreich und Tibet, aber schwer gegen Norddeutschland. Oder die Nordsee? Die stinkt auch bei Dänemark und England, aber nicht in Bayern. Offenbar wird hier nicht von landschaftlichen Vorzügen auf den Vorzug der deut- schen Nation geschlossen, sondern die vorweg feststehende Liebe zur BRD und ihrem Kohl mit den Eigenarten der Gegend bebildert, in die einen ganz was anderes als die Suche nach Naturschönheiten verschlagen hat. Die deutsche Geschichte - viel ist zum Glück vorbei. Und was jetzt gerade an Geschichte gemacht wird, bringt für die Bürger: Lernen, Arbeiten, Antreten... Aber das hatten wir schon. zurück