Quelle: Archiv MG - BRD FASCHISTEN ALLGEMEIN - Rechtsextremismus und Demokratie


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       Wie man Rechtsradikale kritisiert...
       

"WIR SIND DOCH NICHT DAS SOZIALAMT DER WELT!"

Die Bundesregierung hilft Negern mit Hungerhilfe beim Hungern. Asylbewerber bekommen in der BRD 100,- DM im Monat, in Baden- Württemberg demnächst sogar nur 80,- DM. Das finden Rechte uner- träglich, nämlich unerträglich viel. Nicht daß sie die paar Gro- schen haben wollten. Nicht mal, daß sie die falsche Rechnung aufstellten, sie müßten vielleicht etwas weniger für Steuern, Krankenversicherung und Brillengestelle blechen, wenn diese wohl und knapp kalkulierten Staatsausgaben gestrichen würden. Ihr Nut- zen bewegt diese Leute gar nicht. Umgekehrt. Diesen guten Deut- schen hat die Dauerpropaganda seit Erhard bis Blüm eingeleuchtet, daß "wir den Gürtel enger schnallen müssen" für Deutschlands Er- folg, und daß am Sozialen schon gleich gespart werden muß. Schröpfen lassen sie sich von Bonn schon, aber nicht "verarschen". "Wir haben uns unser Lebtag für Deutschland krummgelegt, gearbei- tet, Sozialbeiträge gezahlt ... und jetzt sahnen Ausländer und andere rübergemachte Polen ungerechterweise soziale Wohltaten ab." So berufen sich brave Bürger auf die Opfer, die sie für ihre Na- tion gebracht haben - und merken nicht einmal, daß das einzig und allein gegen ihre Nation spricht. Das einzige "Anspruchsdenken", das sie sich vorstellen können, besteht in der Forderung an ihren Staat, er solle Ausländer gefälligst noch schlechter behandeln als Inländer. Die mangelnde F ü r s o r g e ihres Staates wol- len sie ausgerechnet daran bemerken, daß es anderen Leuten nicht n o c h beschissener geht als ihnen. Können sich deutsche Untertanen eigentlich nichts Besseres vor- stellen, als daß Ausländer extra eins aufs Dach kriegen? Für Na- tionalisten scheint das wirklich die größte Genugtuung zu sein. Und für den Staat ist es das Allerbilligste: Ein paar Glück- wünsche an die "hervorragenden, einzigartigen Tugenden des deut- schen Volks", vielleicht einmal ein neues Asylrecht - und Natio- nalisten sehen sich gut bedient. Diesen Lohn nimmt ihnen dann ga- rantiert kein Tamile mehr weg. So ersetzt der Ausländerhaß alle sozialen Fragen, und mit jeder Verschlechterung, mit der sich die Nation weniger als Lebens- grundlage ihrer Kinder bewährt, wird der Glaube an diese Lebensgrundlage giftiger und eifriger bei der Suche nach unbe- rechtigten Nutznießern. ...und wie besser nicht ----------------------- "Die Bundesrepublik ist ein reiches Land. Wir haben eine soziale Verantwortung für die Welt..." Dazu zunächst zwei Fragen: Seit wann bedeuten ein bombastischer Staatshaushalt und glänzende Bilanzen von Banken und Konzernen, daß "wir" ein dickes Portemon- naie haben? Und steht es mit der "sozialen Verantwortung" der BRD nicht in Wirklichkeit eher so, daß ihre Wachstums- und Exporterfolge die Sozialfälle hierzulande und in der Dritten Welt erst schaffen? Aber auf solche Fragen kommt nicht, wer an den heutigen deutschen Staat schon deshalb als Wohltäter glauben will, "...weil wir als Nachfolger des Nazistaates die Plicht haben, al- len Notleidenden und Verfolgten zu helfen." Man muß den deutschen Staat schon sehr im Herzen tragen, wenn man sich höchstpersönlich für dessen vergangene Taten verantwortlich fühlt, so daß man sie selber wieder gut machen will. Man muß den deutschen Staat schon sehr lieben, wenn man dessen heutige Taten gar nicht mehr überprüft, sondern sich um dessen guten Ruf als antifaschistischen Staat sorgt. Sicher, die BRD schmeißt keine Juden raus. Aber ist sie deshalb schon die richtige Adresse für Notleidende und Verfolgte? Warum strömen denn Asylanten in die reiche BRD? Weil deutsche Entwicklungshilfe in "arme" Länder aller Welt dortigen Herrschern "geholfen" hat, Land und Leute für deutsche Kapitalanlagen lohnend zuzurichten, was ein Heer von entwurzelten Elendsgestalten produziert. Der heutige deutsche Staat schafft seine Flüchtlinge auswärts. Es ist also widersin- nig, ausgerechnet von ihm zu meinen, er habe sich als Heimstatt seiner eigenen Opfer zu bewähren. So funktioniert die Sortierung und Behandlung der Asylanten in der BRD ja auch erkennbar nicht. Also muß man Deutschland schon blind lieben, wenn man den eigenen Glauben an den deutschen Hort der Notleidenden und Verfolgten da- durch aufrechterhält, daß man als deutscher Bürger das gute Deutschland selber vorlebt. Mit guten Taten für die Asylanten z.B. Das heißt dann nie: "Raus mit der Staatsknete für Asylanten, damit die g u t bei uns leben können." Weil der Maßstab der Hilfe gar nicht das gute Leben der Elendsgestalten ist, sondern der gute Ruf Deutschlands, kommt das dabei heraus: G e s t e n der Menschenfreundlichkeit an Asylanten, die an de- ren Schicksal nichts ändern; mitmenschliche Z u t a t e n zu den Taten der Ausländerbehörden: Begleitung aufs Amt, freundli- ches Übersetzen dessen, was hartes Ausländer- und Asylgesetz ist; E m p ö r u n g gegen Baracken als Sammellager, weil das an die deutsche Vergangenheit erinnert, während "Gemeinschaftsunter- künfte mit sozialer Betreuung" in Ordnung gehen; usw. usf. Was ist damit geleistet? ------------------------ Die "Notleidenden und Verfolgten" bleiben das, was der deutsche Staat aus ihnen macht: Ausländer und Asylanten. Für Nachschub sorgen die weltweiten Taten des bundesdeutschen Imperialismus. Aber dessen Taten sind nun ergänzt und bereichert um gute Taten, handgemacht von guten deutschen Bürgern. Das nutzt den Opfern we- nig. Dafür poliert es das Image des Täters BRD auf - und den guten Glauben seiner Bürger an Deutschland als Hort aller Mühse- ligen und Beladenen. Und Weihnachten gibt's dann Brot für die Welt. zurück