Quelle: Archiv MG - BRD FASCHISTEN ALLGEMEIN - Rechtsextremismus und Demokratie


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       Wie kritisiert man Rechtsradikale ...
       

UND WIE NICHT....

"Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Ich mag unsere ausländischen Mitbürger und empfinde es als Bereicherung, wenn Angehörige fremder Kulturen in unserem Land leben." Mit solchen ganz persönlichen Bekenntnissen wollen Ausländer- freunde klarstellen, daß mit ihnen jedenfalls gegen Ausländer keine Stimmung zu machen geht. Das hat allerdings auch niemand von ihnen verlangt, noch nicht einmal die Ausländerfeinde, die das nämlich schon selber besorgen. Dem existenten Ausländerhaß gegenüber nützt die Bekanntgabe einer solchen besseren Gesinnung nicht das Geringste. Dessen schlechte Meinung über Ausländer wird durch die Konfrontation mit der entgegengesetzten Einstellung überhaupt nicht entkräftet. Und es geht völlig an der Sache vor- bei, wenn man deutsch-türkische Straßenfeste veranstaltet und bei Bockwürsten und Döner demonstriert, daß man rein menschlich prima miteinander auskommen kann und durch die Eßkultur des Balkans un- geheuer bereichert wird. Auch Ausländerfeinde haben nichts gegen fremde Sitten und Gebräuche, und gegen ausländische Menschen als solche. Womöglich mögen sie beides sogar sehr gut leiden - im Ausland eben, wo bekanntlich auch Republikanerhäuptling Schönhu- ber ein glühender Verehrer der türkischen Kultur ist. Wenn brave Deutsche den Anblick kopftuchtragender Frauen in deut- schen Großstädten für den Anfang vom Ende halten, dann liegt das schließlich nicht an ihrer Abneigung gegen solche Kopf- bedeckungen, die den gleichen Leuten bei einer hiesigen Bäuerin durchaus angemessen vorkommt. Hier hat sich vielmehr die von ganz woanders herkommende Feindschaft gegen Fremdes ein Symbol ver- schafft, das alles argumentlos zusammenfaßt, was die Deutschen ansonsten an den Ausländern stört: nicht deutsch, also auch nicht berechtigt, an den Segnungen der hiesigen Ausbeutung zu parti- zipieren! Anstatt diesen vorausgesetzten Gedanken zu kritisieren, wollen Ausländerfreunde auf der gleichen Ebene kontern und plä- dieren für eine positive Umwertung all der Symbole, die ihren Ge- genspielern als Inbegriff alles Undeutschen verhaßt sind. "Fremd ist klasse!" heißt die Umkehrung des Abgrenzungsgedankens, die genauso argumentlos wie dieser ist und alles ausgerechnet deswe- gen als eine "Bereicherung" ausgibt, weil es nicht von hier ist. Dabei ist die Behauptung, man würde mit jemandem deshalb gerne zusammenleben, w e i l er Ausländer ist, doch auch nicht ge- scheiter als die, daß man sich d e s h a l b mit ihm nicht ver- tragen könne. Und soll man tatsächlich an Organisationen wie den "Grauen Wölfen" oder Einrichtungen wie dem Schleierzwang für Frauen auf einmal etwas finden, weil sie garantiert türkischer Herkunft sind? Kümmel-Deutsche --------------- Ist es da nicht vernünftiger, diese Unterscheidung einfach abzu- lehnen und die Leute, mit denen man zu tun hat, nach gemeinsamen Neigungen, Interessen oder auch nur nach Sympathie zu beurteilen, gleich ob sie Albert oder Osman heißen Es reicht doch schon, wenn der S t a a t die Leute, die sich auf seinem Territorium tum- meln, danach sortiert, ob sie bedingungslos seiner Gewalt unter- liegen oder ob er sich diese Verfügung auch noch mit einer ande- ren, fremden Herrschaft teilen muß. Warum sollen also diejenigen, die sich an den unerfreulichen Resultaten dieser Differenzierung stören, solche Unterschiede auch noch in ihren ganz persönlichen G e s c h m a c k aufnehmen? Es ist eben eine Übernahme des staatlichen Standpunkts und keine Kritik, wenn Ausländerfreunde als Kontra zur Ausländerfeindlichkeit einen auf Völkerverständi- gung machen und sich so aus bestimmten Individuen mit bestimmten Interessen in pure Repräsentanten ihrer Nation verwandeln, die als solche und nur als solche ein Zeug wie den "Kulturzusammenprall" mit Türken, Griechen, usw. als wahnsinnig "fruchtbar" empfinden. Vorurteile ---------- Ausländerfreunde sind ständig mit dem "Abbau von Vorurteilen" be- faßt, was als Kritik an den Ausländerfeinden allerdings wenig taugt. So wenig sich die Ausländerfeindlichkeit durch das Vorle- ben einer betont ausländerfreundlichen Haltung wegbeten läßt, so wenig ist sie nämlich durch Statistiken und das "Richtigstellen von Fakten" zu widerlegen. Es könnte den Ausländerfreunden im- merhin auffallen, daß ein V o r urteil sich von der Kenntnis- nahme von Tatsachen gerade unabhängig gemacht hat und durch den Hinweis auf sie schlecht zu erschüttern ist. Sie tun ja glatt so, als ob es fremdenfeindliche Einstellungen sowieso nicht gäbe und stattdessen lauter T ä u s c h u n g e n und harmlose Irrtümer zu bekämpfen wären. Prompt passieren ihnen im Bemühen um die Richtigstellung solcher vermeintlicher Mißverständnisse Einfälle, die daran zweifeln lassen, was s i e eigentlich gegen die be- klagten Vorurteile haben: "Ausländische Arbeitnehmer erledigen häufig die Arbeit, für die wir Deutsche uns (!) zu schade sind, und das für weniger Geld. Im vergangen Jahr zahlten die Gastarbeiter dabei mehr als zehn Mil- lionen Mark Lohn- oder Einkommenssteuer." Deutsche raus ------------- Das ist ja eine nette Entgegnung auf das Argument, die Ausländer würden "auf unsere Kosten" leben. Ausländerfreunde finden nichts dabei, sich zusammen mit den Ausländerfeinden in die Pose des ideellen Gesamtausbeuters zu werfen, zeigen sich aber im Unter- schied zu jenen mit der Dienstbarkeit "unserer ausländischen Mit- bürger" durchaus zufrieden! Sind sie denn alle Fabrikbesitzer oder städtische Müllbeauftragte, daß ihnen diese Rechnungsart so einleuchtend vorkommt? Anstatt ihre erklärtermaßen miserablen Arbeitsbedingungen anzugreifen, loben sie die Gastarbeiter dafür, daß sie die Arbeit widerspruchslos für wenig Geld erledigen. Sie meinen tatsächlich, weil sie sich so schön ausnutzen lassen, d e s w e g e n könnte man ihren Respekt, Anerkennung und ein Aufenthaltsrecht nicht verweigern. Was aber, wenn ein türkischer "Gast" (der ja auch nicht deshalb hierher gekommen ist, um "uns" Dreck wegzukehren, dafür Steuern zu zahlen und das Loch in der deutschen Rentenkasse zu stopfen) einmal auf die grundvernünftige Idee käme, sich gegen diese Behandlung zur Wehr zu setzen - wären Ausländerfreunde dann auch für die Parole "Türken raus!" zu ha- ben? Wenn für die Gäste schon ihr Anstand spricht, muß natürlich doch ein Vorurteil entschieden ausgeräumt werden: "Die Auffassung, daß die Kriminalität der Gastarbeiter besonders hoch sei, entspricht nicht den Tatsachen. In Wirklichkeit liegt die Kriminalitätsrate der Gastarbeiter unter der der deutschen Bevölkerung." Wieso kann einem das eigentlich nicht egal sein, wie oft ein Grieche schwarzfährt und ein Jugoslawe bei Coop klaut? Ist es so schwer zu bemerken, daß der Ordnungs- und Aufsichtswahn, der bei Fremden bevorzugt nach Frauenschändern und Messerstechern sucht, durch solche Dementis nicht nur nicht angekratzt, sondern sogar bestätigt wird? Die praktische Konsequenz ist doch auch hier ganz klar: Wenn die Ausländer sich mindestens so gesetzestreu auffüh- ren wie die lieben Deutschen - aber auch nur dann -, dann wollen die Ausländerfreunde nichts Nachteiliges über sie hören. Das ist er dann auch schon - der ganze Unterschied zu den "schwarzweiß malenden" Mitbürgern mit den vorschnellen Verurteilungen. So bekommt man den Eindruck, daß Ausländerfreunde sich mit den Ausländerfeinden überhaupt nur über einen Punkt streiten wollen: Wo dies nur D e u t s c h e n die enormen Privilegien eines Ar- beiterdaseins in der BRD gönnen wollen, da möchten sie über den Zufall der bloßen Geburt hinaus alle Kriterien des g u t e n Deutschen in Anschlag bringen und keinem den Zugang verweigern, der sich mit Fleiß, Anstand und Kultur sein Hiersein verdient. Wer stattdessen die ganze Gegenüberstellung von In- und Auslän- dern unvernünftig findet, der kommt um eine Zurückweisung des frechen Nationalstolzes allerdings nicht umhin und sollte sich die Alternative des "besseren Deutschen" gleich sparen. zurück