Quelle: Archiv MG - BRD FASCHISTEN ALLGEMEIN - Rechtsextremismus und Demokratie


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       Wie man Rechtsradikale kritisiert:
       

ERST KOMMT DEUTSCHLAND, DANN KOMMT EUROPA: GEGEN DEN AUSVERKAUF DEUTSCHER INTERESSEN

Wem sagen Rechte das? Wer soll das denn machen, "deutsche Inter- essen" verkaufen und dann auch noch an "Europa"? Arbeiter? Die verkaufen ihre Arbeitskraft und ab und zu ihren Ge- brauchtwagen. Mehr haben sie nämlich nicht zum Verkaufen, und die deutschen Interessen gehören ihnen gleich gar nicht. Bauern? Die verkaufen Kartoffeln und Ferkel und am Ende ihren Hof. Mehr haben sie nämlich nicht in der schönen Bundesrepublik mit deren deutschen Interessen. Aber solchen Leuten predigen rechte Nationalisten, daß Deutsch- land ihr wertvollstes Hab und Gut sei, das man nicht verkaufen darf! Kapitalisten vielleicht? Die stehen ja bekanntlich anders da, verkaufen en gros mit Gewinn und wissen Europa als Absatzmarkt sehr zu schätzen. Nur: So wird doch die deutsche Exportnation im- mer stärker und das ist doch die Erfüllung des deutschen Interes- ses. Bleibt die Regierung. Aber von den demokratischen Politikern ha- ben die Rechten ihre Sorge um die deutschen Interessen doch mal wieder abgeschrieben. "Wir wollen nicht der Zahlmeister Europas sein", so spricht auch der Bundeskanzler. Und alle sollen so den- ken, wie die Rechten es tun: Als hätten "Wir" ein großes gemein- sames Portemonnaie, aus dem "Wir" immer nur "den Anderen" in Eu- ropa was zahlen. Dabei zahlen deutsche B ü r g e r regelmäßig beim d e u t s c h e n Supermarkt, der mit dem Geld europaweit Geschäfte macht; und beim d e u t s c h e n Finanzamt, damit die Regierung deutsch-französische Brigaden aufstellen kann, in denen dann auch Franzosen ihren Kopf für "deutsche Interessen" hinzuhalten haben. Deutschlands demokratische Politiker schätzen so ein Europa. Des- halb stacheln sie nicht nur den deutschen Volkszorn über "unsere" Zahlmeisterrolle an, sondern beschwichtigen ihn auch wieder mit der Lüge, die Bürger seien ja auch die Nutznießer Europas. Dabei gehören den Bundesbürgern weder die Euromultis, noch haben sie etwas von westeuropäischen Militäranstrengungen - außer Wehr- dienst. Rechte sind natürlich total für eine deutsche Nutznießerrolle, nur sehen sie in Europa das Gegenteil. 'Wir bezahlen Millionen für den Butterberg, und unsere Bauern darben' tröten sie auf des Kanzlers Horn. Als ob ein M i ß erfolg Deutschlands durch u n deutsche Politik zu schaffen machte. Dabei sorgt der B a y e r Kiechle hierzulande für das Bauernlegen zugunsten ren- tabler Agrarkonzerne, die sich für ihre Besitzer und die Finanz- kraft des deutschen Staates lohnen. Und das tut er in Absprache mit seinen europäischen Ministerkollegen, die ihren nationalen Bauern dasselbe antun. Man ist sich nämlich einig, daß Landwirt- schaft nicht für die Ernährung der Leute und die Bauern da ist, sondern ein lohnender Geschäftszweig für die europäischen Natio- nen sein soll. Und da bringen kleine Bauern zwar dicke Kartof- feln, aber zu wenig Gewinn zustande. 'Wir bezahlen Millionen für europäische Stahlpolitik, und unser Rheinhausen verkommt'. Hat nicht das u r d e u t s c h e U n t e r n e h m e n Krupp die Hütte dichtgemacht? "Unser" Rheinhausen - von wegen! Und wenn Krupp dann irgendwo in Europa bessere Geschäfte macht, ist das ganz im Sinne der "deutschen Interessen", die es wirklich gibt. Bei der deutschen Regierung nämlich, die ihre Wirtschaft in ganz Europa voranbringen will. "Deutsche Interessen": deutsche Wehrkraft, deutsche Wirtschafts- kraft vertragen sich eben nicht mit den Interessen der Leute. Das spricht zuerst gegen die deutschen Regierungsdemokraten, die sie durchsetzen. Und das spricht gegen die Rechten, die den von deut- schen Interessen Betroffenen einblasen, sie sollten sich für Deutschland und seine Interessen stark machen. Daß diese nationalistischen Kritiker für die Interessen von Bauern, Ar- beitern usw. wären, stimmt nie und nimmer. Sie sind die ersten, die dagegen hetzen, denn: e r s t k o m m t D e u t s c h l a n d... So daß gegen die deutschen Demokraten wie gegen die Rechten zu sagen ist: Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn man sie ein- fach verkaufen könnte, die deutschen Interessen. ...und wie besser nicht ----------------------- Für ein friedliches Europa der Völker ------------------------------------- Diesen guten Wunsch setzen Kritiker gegen die Rechten und die Eu- ropaparolen der demokratischen Parteien: Statt daß die Herrschaf- ten ein "Europa des Kapitals" auskungeln, sollen die Völker von unten auf echte Freundschaft machen; statt nationaler Gegensätze soll so friedliches Zusammenleben herrschen. Und damit soll auch dem der Boden entzogen sein, was die Kritiker unter dem "Nationalismus" der Rechten verstehen. Warum sollen sich die Leute überhaupt erst als "Völker" daheim gemein machen, um sich dann als Deutsche, Franzosen, Italiener... zu mögen? Gibt's da nicht in Deutschland Republikaner und andere Rechte, in Frankreich Anhänger Le Pens..., die die Kritiker gar nicht mögen? Wäre da nicht eine Gegnerschaft von links zu rechts, die sich an nationale Grenzen nicht hält, sehr viel passender? Ferner: Warum sollen z.B. Arbeiter und Angestellte im Automobil- bau in Deutschland, die schon mit ihren deutschen Chefs nur der Gegensatz von Lohn und Gewinn verbindet, mit französischen Auto- chefs auf Freundschaft machen? Wenn sich die Chefs in Eurokonzer- nen zusammentun, dann weil es sich lohnt. Und dann sollen die Ar- beiter und Angestellten auf Völkerfreundschaft statt auf gemein- same Gegenwehr machen? Völkerfreundschaft taugt nichts, weil sie von Völkern nicht las- sen will. Denn wer erst mal auf Volk macht, der läßt sich eine falsche Abgrenzung sehr gefallen. Nach nationalen Gewalten statt nach eigenen Interessen. Dann sitzt man auch mit den nationalen Vorhaben in einem Boot, die die Gegensätze zwischen den Staaten produzieren: das bundesdeutsche Gebot nationaler "Wiedervereinigung in Freiheit" verträgt sich nicht mit der DDR und Polen, die bundesdeutsche Exportnation kennt im Westen Kon- kurrenten, gegen die immer wieder Handelskriege fällig sind... Wer sich als deutsches Volk damit gemein macht, hat das Beteuern von Freundschaft dann auch nötig. Und das soll ein Konter auf die rechten Volkstümler sein?! zurück