Quelle: Archiv MG - BRD FASCHISTEN ALLGEMEIN - Rechtsextremismus und Demokratie
zurück
Marxistische Schulzeitung Bremen, 26.11.1981
Bremen aktuell
"BOMBE VERWÜSTET 'LINKEN' BUCHLADEN
Detonation weithin hörbar / Polizei vermutet rechtsextremisti-
sche Täter"
Auf den 'Volksbuchladen' in Bremen ist ein Bombenanschlag verübt
worden. Es wird wohl stimmen, daß hier Rechts r a d i k a l e
zugeschlagen haben. Wie dem auch sei, unerlaubt vollstreckt
wurde, was man in jeder bundesdeutschen Zeitung von mehr oder we-
niger berufenem Mund hören kann: daß sich die "Einseitigkeit",
die NATO-Todrüstungs- und Nullösungspolitik für die Kriegsvorbe-
reitung verantwortlich zu machen, hierzulande nicht mehr gehört;
daß gegen U-Boote nicht nur in den "neutralen" schwedischen Schä-
ren, sondern auch in der Heimat Front zu machen ist; daß "wer
aber den äußeren Frieden sichern will, der darf nichts tun, was
den inneren Frieden bricht" (der Kanzler) - Friedensfeind ist und
folglich als solcher behandelt gehört, der nicht dem verordneten
inneren und sozialen Frieden dient.
Nun werden mit großem Aufwand von Polizei und Verfassungsschutz
Rechts e x t r e m i s t e n gesucht. Nicht als Leute, die den
"sogenannten linken 'Volksbuchladen'" (Weser-Kurier) mit einer
üblen Sorte politischer Feindschaft heimgesucht haben, sondern
als Rechtsbrecher und Staatsfeinde. Die Polizei hat zu ermitteln
gegen Leute, die sich etwas herausnehmen, worüber das Gewaltmono-
pol entschieden hat, daß es Privatpersonen verboten ist: die ge-
waltsame Schädigung von Leuten mit mißliebiger Meinung. Der
Verfassungsschutz verfolgt seine Vermutung, daß diese Bombe dem
bundesdeutschen Staat galt. Er sucht Leute, die mit ihrer Kritik
am Staat Ernst machen, er versage bei der Durchsetzung seines
Rechts gegen äußere und innere Feinde: Rechtsradikale eben.
Und die DKP und andere Linke wissen wieder einmal nicht, was sie
da eigentlich von wem fordern, wenn sie Politikern und Behörden
vorwerfen, daß sie "den Grundgesetzauftrag nicht ernst nehmen".
zurück