Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN WAHLEN - Wählen ist verkehrt!


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       Die Kandidaten auf dem Prüfstand
       
       Landtagswahl 86
       

WER SOLL'S DENN SEIN?

Ernst Albrecht -------------- Was er kann Er kann regieren, das hat er bewiesen. Erst hat er 17 Jahre lang in Brüssel die europäische Einigung vorangebracht, seitdem ist er schon 10 Jahre lang Ministerpräsident in Niedersachsen und inzwi- schen "dienstältester Regierungschef der Republik". Dieser Erfolg gibt ihm das Recht, auch die nächste Wahl wieder gewinnen zu wol- len. Und alle Eigenschaften, es auch zu können: eine Karriere im Dienste unseres Landes. Seine Herkunft Er war Manager einer Keksfabrik und kennt sich im Geschäftsleben aus. Schon damals hat er für seine Untergebenen viel Verantwor- tung getragen und weiß deshalb genau, daß es nicht immer leicht ist, schwere Entscheidungen zu treffen. Das berechtigt ihn zum Ministerpräsidentensessel, von dem aus er weiterhin verantwor- tungsvoll entscheiden kann. Wer er ist Wer ist Albrecht? Den kennt jeder, weil er uns seit 10 Jahren re- giert. Außerdem strahlt er von allen Plakatwänden - mal mit Schwein, mal mit Tochter. Damit das auch niemand vergißt. Der Landesvater Er ist ein guter Landesvater. Für ihn ist es "ein Gesundbrunnen, immer mit den Sorgen der Menschen ganz konkret befaßt zu werden." Wenn es sich nicht vermeiden läßt und gerade eine Kamera aufnah- mebereit in der Nähe steht, wird er ganz leutselig, schüttelt ganz gewöhnlichen Leuten die Hand und spricht sogar mit ihnen. Eitel ist er dabei natürlich nicht. Sein Aussehen Wie sieht er aus? Bösartige Zungen nennen ihn Keksgesicht, aber das sollte man ihm nicht vorwerfen. Schließlich bringt sein un- verwüstliches Lächeln ja viel Frohsinn in die Herzen seiner Un- tertanen. Für die Wahl taugt sein Gesicht jedenfalls allemal: er ist "optimistisch und siegesbewußt", und das sieht man ihm auch noch an. Schön für die CDU! Der Familienvater Ein guter Landesvater ist auch ein guter Familienvater. Und daß der Albrecht einer ist, sieht man gleich: seine Kinder sind ihm aus dem Gesicht geschnitten, strahlen genauso wie er und wählen auch CDU. Und zwar ganz freiwillig, was für den aufgeklärt-libe- ralen Erziehungsstil im Hause Albrecht spricht. In der Familie ist alles in Ordnung! Der Arbeiter Er ist ein harter und zäher Arbeiter. Wo er hinkommt, muß er gleich zupacken. Sein stärkstes Argument Er hat einflußreiche Freunde. Ganz oben, in Bonn. Die haben die Macht, also haben sie sie auch verdient, und er auch, weil er ihr Freund ist. Der Besitz der Macht ist eben doch das beste Argument für den, der sie will. Gerhard Schröder ---------------- Was er kann Er hat das Zeug zum Regieren, das hat er bewiesen. Erst als Juso- Vorsitzender, dann als SPD-MdB, dann als Vorsitzender seiner Par- tei. Da hat er sich darin geübt, anderen zu sagen, wo's lang geht. Inzwischen hat er "einen ausgesprochenen Sinn für die Macht". Dieser Erfolg gibt ihm das Recht, die kommende Wahl ge- winnen zu wollen. Und alle Eigenschaften, es zu können: eine Kar- riere im Dienste unseres Landes. Seine Herkunft Er ist aus kleinsten Verhältnissen aufgestiegen und weiß genau, wie es ist, Not zu leiden. Das berechtigt ihn zu einem höheren Posten, von dem aus er den heutigen Notleidenden sagen kann, daß er genau weiß, wie das ist, weil er selbst aus solchen Verhält- nissen stammt. Wer er ist Wer ist Schröder? Vor ein paar Monaten noch völlig unbekannt, hat er es in mühevoller Interviewarbeit geschafft, daß ihn inzwischen jeder kennt. Außerdem blickt er entschlossen von allen Plakatwän- den. Damit das auch niemand vergißt. Der Landesvater Er ist zum Landesvater wie geschaffen. Er ist nämlich "überzeugter Niedersachse", der weiß, daß ein Landesvater "raus muß und mit den Leuten reden". Das tut er oft und gerne, am lieb- sten unter Anwesenheit möglichst vieler Journalisten. Außerdem trinkt er gerne ganz normales Bier und verschmäht auch keinen Korn dazu. Und eitel ist er sowieso nicht. Sein Aussehen Seine "zupackende Art" ist ihm richtig ins Gesicht geschrieben. "Mut und Entschlossenheit" soll man an seinen kantigen Zügen ab- lesen: dann hat man den richtigen Eindruck von seiner Führerna- tur. Ein gutes Gesicht zum Gewähltwerden: da weiß der Wähler, daß der Macher alles im Griff hat. Schön für die SPD! Der Familienvater Ein guter Landesvater ist auch ein guter Familienvater. Da hat der Schröder viel Übung, weil er nämlich schon die zweite Familie hat. Das sollte aber auch eher konservative Leute nicht abhalten, ihn zu wählen: erstens bekennt er sich offen dazu und zweitens liebt er nichts mehr als seine Töchter. Außer die Macht natür- lich. Der Arbeiter Er ist ein harter und zäher Arbeiter. Wo er hinkommt, muß er gleich zupacken. Sein stärkstes Argument Er hat einflußreiche Freunde. Z.B. den zukünftigen Kanzler aller Deutschen, den Johannes Rau. Der erzählt oft und gerne, daß der Gerhard dranmuß. Aber auch der Friedenswilly und Lotse Schmidt sind für ihn und lassen sich gerne mit ihm ablichten. Die hatten schon mal die Macht, also hatten sie sie auch verdient. Und Schröder auch, weil er ihr Freund ist. Der Wähler darf sich getrost auf seinen guten Geschmack verlas- sen. zurück