Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN WAHLEN - Wählen ist verkehrt!


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WAHLBÜRGER '87: SOZIALKUNDLICH GESCHULTES STIMMVIEH

"FDP Sieger des Tages" verkündete nach den Wahlen in Hamburg und Rheinland-Pfalz Deutschlands größte Zeitung und ließ sich dieses vorläufige amtliche Endergebnis von der Statistik-Noelle wissen- schaftlich bestätigen. Herr Ingo von Münch, der mit seinem gelben Haufen laufen mit Ach und Krach die 5%-Hürde geschafft hatte, sah es genauso, strahlte ununterbrochen über sein Juristen-Gesicht und faselte von "liberalen Inhalten", die jetzt in Hamburg "durchschlagen" wür- den. Noch bei Trost? In Hamburg weniger Stimmen als die Grünen, in Mainz ein paar mehr, aber Wahlsieger? Nach den Maßstäben, die bei bundesdeutschen Wahlen gelten, offensichtlich ja. Im Unterschied zu den Grünen, die mit ihren Koalitions-, Toleranz-, Kooperati- ons-Angeboten an die SPD absolut nichts anderes im Sinn haben als die FDP, nämlich als Mehrheitsbeschaffer zu fungieren und dadurch an der Macht zu partizipieren, gilt der Verein der Herren Gen- scher und Bangemann als e h r e n w e r t e r Parasit der bun- desdeutschen Parteienkonkurrenz. Und dies aus dem ergreifenden Grunde, daß er dieser Funktion des "Züngleins an der Waage" seit 35 Jahren in Bund und Ländern mit der nötigen Charakterlosigkeit mal so, mal so - also erfolgreich nachgeht. In Hamburg ist die Öffentlichkeit sich einig geworden, die FDP müßte als Mehrheitsbeschaffer her, weil sich keine der großen Parteien von den Grünen die Mehrheit beschaffen lassen wollte. In Rheinland-Pfalz kam der Wähler mit sich überein, die FDP als Mehrheitsbeschaffer müßte her, weil eine jahrzehntelange "Alleinherrschaft der CDU zu Verkrustungen führt." Schon finden sich allen Ernstes die benötigten paar Tausend Kreuzchen-Macher, die dem Trend zum Durchbruch, der FDF zur Mitregentschaft und "uns allen" zu "stabilen Regierungsverhältnissen" verhelfen. Da sage nochmal einer, der Sozialkundeunterricht in den Schulen sei zu nichts nutze! zurück