Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN WAHLEN - Wählen ist verkehrt!


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       "Alles Wahlkampf!" Stimmt, bloß:
       

W O F Ü R WOLLEN MOMPER, DIEPGEN... VOM WÄHLER GEMOCHT WERDEN?

"Wahlgeschenke", "leere Wahlversprechen", so seifen Politiker ihre Wähler alle vier Jahre ein. So lautet eine gängige schlechte Meinung über Wahlkämpfe. Nie war sie so verkehrt wie heute. Oder, was s c h e n k e n Momper und Co. denn ihren Bürgern, was v e rs p r e c h e n sie ihnen denn Gutes, wenn sie sich 1990 so profilieren: Wer organisiert am reibungslosesten a u s w e g l o s e polizeiliche G e w a l t?! Wer heuchelt am glaubwürdigsten, das schütze die B ü r g e r vor "reiner Mordlust"(Momper) und "Chaos"(Diepgen)?! Wer räumt am gründlichsten für a l t e r n a t i v l o s e Verhältnisse beim Wohnen ab: Entwe- der man ist braver M i e t e r und bangt darum, auch morgen noch fürs Dach überm Kopf die Rendite der H a u s e i g e n t ü m e r blechen zu können, bzw. kämpft sich brav durchs Chaos am Wohnungsmarkt, oder man ist kriminell?! Wer schleimt sich anschließend am besten als erste und e i n z i g e Adresse für die "Wohnungsprobleme unserer Mitbürger" an?! Als perfekte Monopolisten der G e w a l t, als rigorose Sach- walter der E i g e n t u m s o r d n u n g, als exklusiv E n t s c h e i d u n g s b e f u g t e über die sozialen Nöte der Bürger, die sie selbst produziert haben - so buhlen 1990 Mom- per und Diepgen um Zustimmung. Dafür und nur dafür wollen sie das Ja-Kreuz der Bürger! Von wegen, "bloß" Wahlkampf! Was für ein fader Triumph freisinniger Bürger, das als Wahlkampf zu "durchschauen". Finden am Ende s i e das selbst "geschickt", "raffiniert"?! Reicht es ihnen, sich als S c h i e d s r i c h t e r aufzuführen, ohne das s i e jemals die Spielregeln zur Kenntnis nehmen geschweige bestimmen? Das reicht auf jeden Fall den P o l i t i k e r n zum Wahlkreuz. * Das Durchblickerblatt der alternativen Szene, die taz, wußte gleich Bescheid. Wer ist d e r Betroffene von zwei Tagen law and order in Ostberlin? Na klar, die AL. "Die SPD-Strategen haben dem befürchteten Druck der Stammtische nicht widerstanden. Dazu gehört der flegelhafte(!) Umgang mit dem Koalitionspartner." (taz 15.11) Ach so, wenn die SPD knüppeln läßt, schleimen ihre Wahlkämpfer vor der Demokratie von unten. Freilich vor der falschen, der der Stammtische. Und wer hat den Schaden? Die etablierten Vertreter der richtigen Demokratie von unten, die AL. Deren politische Le- benslüge, mit der sie die Politik des rot-grünen Senats und sich zieren wollten, Regierungs"verantwortung" bestehe in A b b a u von Staatsgewalt gegen Bürger, kommt jetzt in aller Öffentlich- keit so unglaubwürdig daher, wie sie ist. Da müssen sich die Basisdemokraten ganz altstaatsmännisch über "flegelhaften Umgang" beschweren. Nicht mal Bescheid gesagt hat man ihnen angeblich vorm Zuschlagen - da können sie ja nichts mit"verantworten". Ge- mein! zurück