Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN WAHLEN - Wählen ist verkehrt!


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       Europawahl
       

GESINNUNGSTEST FÜRS STIMMVIEH VERSPROCHEN WAR ÜBERHAUPT NICHTS.

Weder, daß sich etwas ändert, noch daß alles so bleibt, wie es ist. Ihr Europa betreiben die nationalen Machthaber so, wie sie denken, daß es ihrer nationalen Macht nützt. Da lassen sie keinen Wähler dumm hereinreden. Und von einem europäischen Parlament, in dem allemal die Ausländer die Mehrheit haben, machen sie sich auch nicht abhängig. Verlangt war eine Kundgabe der politischen Gesinnung. Und die wurde abgeliefert. - Die meisten Wähler, über 80 Prozent, haben offenbar gemeint, sie müßten einfach aus Treue zu ihrer Partei das Stimmlokal besuchen. Oder was sonst kann einen erwachsenen Menschen dazu ge- bracht haben, CDU/CSU, SPD oder FDP eine "Stimme für Europa" zu schenken? Wie erfolgreich sich die Bonner Machthaber den alten Kontinent unter den Nagel reißen, das hängt von einer Wahlstimme für oder gegen ihren Verein sowieso nicht ab; und das kann auch keiner ihrer Wähler im Ernst gemeint haben. Statt dessen ist ja lang und breit genug erklärt worden, daß es den Parteien sehr darauf ankommt, den S t a n d i h r e r K o n k u r r e n z abzuklären: Hat die SPD schon "die Nase vorn" vor den Polit- christen? Kriegt die CDU/CSU ein Ergebnis hin, das sich als Auf- schwung für Kohl deuten läßt? Kommt die FDP über die blöden 5%? Das sind die heißen Fragen, die einen Vollblutpolitiker hierzu- lande nicht schlafen lassen. Und wie gesagt: Über 80% der Wähler waren sich nicht zu blöd, sich für diesen Konkurrenzschacher zwi- schen den nationalen Parteioberfunktionären herzugeben. - Eine starke Minderheit von 8 Prozent hat ein anderes Bekenntnis abgelegt. Schönhubers "Nein zu dieser EG" hat ihnen gefallen. Wer weiß, ob irgendeiner ernstlich glaubt, bei Verwirklichung des Binnenmarktes würden Rauschgifte den deutschen Volkskörper zer- setzen oder die Mafia die Macht ergreifen. Aber die G e s i n n u n g werden sie schon geteilt haben: den Wahn, die ganze Welt vom P o l i z e i s t a n d p u n k t aus zu be- trachten, und zwar noch nicht einmal von dem wirklichen Stand- punkt unserer Ordnungsbürokraten aus, sondern mit den Augen eines verfolgungswütigen nationalen Hausmeisters. Und die Kundgabe die- ser Gesinnung war ihnen so wichtig, daß sie gemeint haben, mit der Wahl der Deutschland-in-Europa-Fanatiker aus CDU/CSU, SPD oder FDP wäre das nicht nachdrücklich genug zum Ausdruck ge- bracht. Nun wissen wir also, daß 8% der bundesdeutschen Europa- Wähler die Unterscheidung zwischen guten In- und schlechten Aus- ländern nicht den bewährten Altparteien allein überlassen wollen. - Bleiben die restlichen 9 Prozent, die gemeint haben, sie müßten das grüne Element in Europa stärken. Das ist eine sehr verkehrte Antwort auf die Tatsache, daß die Vergiftung von Land und Leuten - Wasser und Luft, Vieh und Lebensmittel eingeschlossen - in die- ser tüchtigen Staatengemeinschaft munter vorankommt. Denn der Protest dagegen ist dann am lockersten abzuhaken, wenn er auf eine europa- p a r l a m e n t a r i s c h e V e r t r e t u n g zielt. Dort sitzen dann die grünen Gewissenswürmer und begleiten den Fortgang der Vergiftung mit wohlmeinenden Verbesserungsvor- schlägen. D a s hat der Wähler dann davon. Und die 40 Prozent Nicht-Wähler? -------------------------------- Es ist leider anzunehmen, daß die zum größten Teil aus dem denk- bar verrücktesten Grund n i c h t zur Wahl gegangen sind; näm- lich weil diesmal n i c h t über die nationalen Machthaber abzustimmen war. Es muß wahrhaftig Leute geben, die meinen: Wäh- len lohnt sich, aber ausgerechnet nur dann, wenn am Ende auch wirklich der M a c h t h a b e r herauskommt, der über die Vor- haben und Anstrengungen der Nation maßgeblich e n t s c h e i- d e t. Wählen lohnt sich nicht, wenn das Kreuzchen nicht die E r m ä c h t i g u n g einer Mannschaft zum R e g i e r e n bedeutet. Das p r a k t i s c h e B e k e n n t n i s z u m G e h o r c h e n: D a s hat der Europawahl gefehlt. Und wer d e s w e g e n n i c h t hingegangen ist - d e r braucht sich jedenfalls nicht einzubilden, e r ließe sich von seinen Politikern doch nicht verarschen ... zurück