Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Wochenschau
DER SPD GEHT ES BESSER,
hat sie gesagt. Zur gleichen Zeit, da der amerikanische Beauf-
tragte für Abrüstungsfragen erklärt, er wisse eigentlich gar
nicht, worüber man mit den Russen verhandeln solle; gleichzeitig
mit der Ankündigung von SPD-Ministern, daß es in der Natur sozi-
aldemokratischer "Verteilungsgerechtigkeit" liege, daß mittlere
und untere Einkommen bei allgemeinen Schröpfen mehr geschröpft
würden, erklären Brandt und Glotz, daß die "Integration"- der SPD
Erfolge zeige und die Partei die "Talsohle hinter sich" habe. So
einfach geht das. Weil man schlecht davon reden kann, das Drängen
der SPD auf Verhandlungen zwischen den Weltmächten zeige Erfolge;
weil es kein Geheimnis ist, was mit der "sozialen Symmetrie" so-
zialdemokratischer Sanierung der Ansprüche der Bürger gemeint
ist, fällt den Obermanagern der SPD der pure Inbegriff ihres An-
sehen ein - ihr politischer Erfolg. Und wie! Zwar hat in Hessen
die SPD nur ihrem Börner das Vertrauen geschenkt, sie in Hamburg
nur ihren Dohnany gewählt und soll der Vogel in Berlin die
"Talfahrt der SPD gebremst" haben, aber wenn die SPD so will,
sind das Anzeichen eines beginnenden Aufschwungs der Partei. Sie
sagt es einfach offiziell, und das ist nicht nichts: immerhin das
Vorzeigen von Einigkeit und neuer Männer, die breite Wähler-
schichten auf sich ziehen könnten. Wo die Zwecke und Folgen der
Politik keinem kritischen Urteil unterzogen werden, sondern der
Erfolg der Parteien und Macher das einzige Kriterium ihrer Beur-
teilung ist, da gilt selbst eine Erfolgserklärung etwas.
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