Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Wochenschau
"SCHWEINEREIEN" IN DER SPD
sind passiert. Angesichts der genuin sozialdemokratischen Vertei-
digungspolitik, bestehend aus Nachrüstungsbeschluß der NATO, Waf-
fengeschäften der BRD in alle Entspannungsgebiete und ehrlicher
Erhöhung des Militärhaushalts um 3% und mehr, hat das Mitglied
der SPD-Fraktion im Bundestag, Hansen, seinen Moralischen ge-
kriegt. Er warf der SPD vor, daß sie "sozialdemokratische Posi-
tionen" aufgebe, weil sie "politische Schweinereien" mache und
eine "offensichtliche Unfähigkeit zu einer Politik der Moral"
zeige. Dieser Mann hat nichts dazugelernt. Er hätte doch merken
müssen, daß man Politik und Moral nicht verwechseln darf. Er
hätte doch feststellen können, daß das gute sozialdemokratische
Gewissen dem Erfolg und der Glaubwürdigkeit der SPD an der Regie-
rung zu dienen hat und nicht umgekehrt. Dieser Mann muß sich die
Frage gefallen lassen, warum er erst jetzt sich so empört - er
ist Mitglied im Verteidigungsausschuß des Bundestages, und da hat
er allen bisherigen Militarismus für gut befunden? Daß auch so
selten Mitglieder der SPD-Fraktion in die MG überwechseln?! Das
muß daran liegen, daß sie SPDler sind und das wenigstens in die-
sen Fall - mit einem sozialmoralischen Anspruch sein möchten. Ein
dreifacher Fehler: Dieser Standpunkt hilft Hansen in der gegen-
wärtigen politischen Konjunktur überhaupt nichts, wie man sieht.
Zweitens bringt er die Revolution um keinen Schritt vorwärts, im
Gegenteil; falsche, Vorstellungen über die echte SPD und ihre
verantwortliche Politik werden bei ein paar Idealisten genährt.
Und drittens wird dem Gerücht Vorschub geleistet, Kanzler Schmidt
bekäme wegen seiner ungeheuren Verantwortung jetzt erst recht
Herzbeschwerden. Das müßte doch der Hansen wissen, daß nur in der
Regierungsverantwortung die SPD die Macht hat, sozialdemokrati-
sche Ideale genauso ideal, wie sie gemeint sind, zu verwirkli-
chen.
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