Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Münchner Hochschulzeitung Nr. 19, 15.07.1981
Wochenschau
SCHMIDTCHENS SCHLEICHER
die aalglatten Jugendpolitker von der Juso-AG in der SPD, sind
traditionsgemäß nach den markigen Tönen auf ihrem Bundeskongreß
gegen den NATO-Doppelbeschluß und die Sparpolitik der sozialdemo-
kratisch geführten Bundesregierung ("Wobei wir den G e n o s-
s e n Schmidt fragen müssen, ob das noch s o z i a l d e m o-
k r a t i s c h e Politik ist!") wieder offiziell auf Gegenkurs
gegangen und üben sich zur Zeit wieder in der Jungsozialisten zur
zweiten Natur gewordenen Kunst der Speichelleckerei: "Die Juso-
Führung schilderte die Probleme, die sie habe, Jugendlichen die
Regierungspolitik zu vermitteln. Sie habe sich aber
a u s d r ü c k l i c h zur R e g i e r u n g Schmidt
bekannt." (Süddeutsche Zeitung vom 10. Juli). Dies das Fazit
einer Unterredung mit dem SPD-Parteivorstand, bei der die Juso-
Vorständler den Genossen klarmachen wollten, daß das Einsammeln
jugendlichen Protestpotentials f ü r die SPD ohne ein paar
kritische Töne gegen die SPD als Regierung nicht zu machen sei.
Im Prinzip wird das auch in der Parteizentrale so gesehen, weswe-
gen der Parteisekretär Glotz "administrative Maßnahmen nicht
plant." Ein bißchen mehr bei Fuß werden sie aber künftig schon
kläffen müssen, die Herren Jungsozialisten in der SPD: Keine
Pressekonferenz mehr ohne Vorzensur durch Peter Glotz und die Er-
ledigung der Hausaufgaben des Parteivorstandes in Sachen
"Schülerarbeit, zugunsten von Jugendzentren und in der Entwick-
lungshilfe". Und "wegen des besonderen Interesses der Jusos an
wirtschaftspolitischen Fragen sollen Vertreter ihres Vorstands
demnächst mit Haushalts-Experten der Fraktion zusammenkommen". Da
lernen sie dann auch gleich was Gescheites für den künftigen Be-
ruf, die SPD-MdBs von morgen.
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