Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Dortmunder Hochschulzeitung Nr. 9, 16.11.1982
Wochenschau
NORDRHEIN-WESTFALEN-TAG DER SPD
Am Wochenende feierte die SPD mit 50000 Besuchern in der Dortmun-
der Westfalenhalle ein "Familienfest", womit der Wahlkampf eröff-
net war. Die Leute waren, wie Willy Brandt sagte, gekommen, um
Kanzlerkandidat Hans-Jochen Vogel "den Rücken zu stärken". Zu
welchem Zweck? Damit "die Schwarzen" das von den Arbeitnehmern
mühsam "Aufgebaute" nicht in den Schmutz ziehen können und damit
das Ruhrgebiet ein "Hort des sozialen Friedens" bleibt. Für diese
wahrhaft niederschmetternde Auskunft über die Anwesenden, sie
seien notorisch selbstlose Rackerer für die Nation und dabei zahm
wie die Lämmer, erntete er jede Menge Beifall. Vogels Anwart-
schaft auf die künftige Inanspruchnahme der Duldsamkeit der West-
falen war damit so nachhaltig begrüßt worden, daß dieser nur mehr
das eine von sich gab: "Ich fühle mich wohl hier bei euch; es tut
gut, soviel Gemeinschaft, Zuneigung und Wärme zu spüren." Das
brachte ihm Ovationen. Für manche Leute scheint es eben nichts
Heisseres zu geben, als sich als Badewanne ihrer Machthaber her-
zugeben - die WAZ hat schon recht mit ihrer Diagnose: "Es war der
Tag des Hans-Jochen Vogel, der hier wahrlich ein Bad in der Menge
nehmen konnte." Völlig abwegig also, leider, der Kommentar der
FAZ: "Es gehört schon Mut dazu, zum fröhlichen Feiern gerade hier
im Ruhrgebiet aufzurufen, wo es inzwischen 12% Arbeitslose gibt."
Mut? die grinsenden SPD-Visagen sprachen für sich.
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