Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Dortmunder Hochschulzeitung Nr. 11, 30.11.1982
EINE JUSO-ROBINSONADE
"Lambsdorffs und Blümchens Krisenrezept: Die Wirtschaft wird
durch Lohnsenkungen, Kürzungen der Sozialleistungen und Staats-
ausgaben und Erhöhung der Unternehmergewinne angekurbelt.
Daß dieses Dr.-Eisenbart-Rezept nicht funktioniert, ist klar -
wie soll die Wirtschaft florieren, wenn der Absatz sinkt, weil
auch die Einkommen sinken. Kein Unternehmer investiert, wenn er
seine Erzeugnisse nicht verkaufen kann. Daran ändern auch Steuer-
senkungen für Unternehmer nichts.
Aber Birne läßt ja in Washington denken und Reagan kann es nur
recht sein, wenn er nicht als der einzige unfähige Politiker da-
steht."
"Wozu brauchen wir eigentlich Unternehmer? Ohne sie läuft die
Wirtschaft doch genausogut (eher besser). Die Nutzlosigkeit eines
Unternehmers kann man leicht beweisen: Man wirft 1 Unternehmer
(natürlich mit Fallschirm) und 1 Sack voll Geld über einer eins-
men Südseeinsel ab und guckt, was passiert."
(Artikel: "Anders Wirtschaften", in: Zeitung der Juso-Hochschul-
gruppe Dortmund)
Lieb Jusos! Uns ist echt nicht ganz aufgegangen, was ihr eigent-
lich sagen wolltet. Aber vielleicht helfen euch unsere Denkan-
stöße auf die Sprünge!? Schreibt uns bitte, welche der beiden Lö-
sungen ihr im Auge hattet!
1. Der Unternehmer auf der Insel ist aufgeschmissen, weil er zwar
1 Sack voll Gold hat, aber kein Telefon, um SPD-Linksaußen J. Vo-
gel anzurufen. Der hätte ihm, da mit den Gewerkschaften befreun-
det, sofort ein paar Arbeiter rübergeschickt, die Taschen voll
mit Steuergeldern, um auf jeden Fall die Nachfrage und somit In-
vestitionen sicherzustellen. So aber sitzt der Unternehmer nutz-
los unter einer Palme und sortiert betrübt seine Goldstücke.
2. Der Unternehmer schickt per Flaschenpost ein Nottelegramm an
Birne Kohl. Die läßt ihn nach Deutschland einfliegen und senkt
zur Begrüßung sofort die Gewinnsteuer. Weil aber unser Kanzler
ein Dr. Eisenhart ist und in Washington denken läßt, wo man
nichts von Nachfragekunde versteht, hat unser Mann 2 Monate spä-
ter den Sack voll Gold verloren. Gedankenverloren wünscht er sich
auf die Insel zurück.
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