Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Wochenschau
DIE GRUNDWERTEKOMMISSION DER SPD
Die Grundwertekommission der SPD ist nach zweijähriger Suche fün-
dig geworden. Die Vorsitzenden Eppler und Löwenthal legten vorige
Woche einen Katalog von Sprüchen vor, mit denen die SPD sowohl
verhindern will, daß sie sich "in einem Dreißig-Prozentturm au-
ßerhalb der Regierungsverantwortung eingesperrt sieht" (Eppler),
als auch "durch deutliche Grenzziehungen" (Löwenthal) dafür Sorge
trägt, daß sie auch verantwortlich regieren kann, wenn sie mit
Hilfe des "Dialogs" von den "neuen gesellschaftlichen Bewegungen"
die nötige Mehrheit erhält, um an der Macht zu bleiben. Das
"Konsens-Papier" bestätigt also auf 89 Seiten den meisten Formen
des Bürgerunmuts die Berechtigung, "Fragen an die Sozialdemokra-
tie zu stellen", und versichert daneben, daß es bei den Antwor-
ten, die eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung bislang
schon gegeben hat, bleiben muß. So können beide Abteilungen der
Partei, die Macher und die ideologischen Integrierer, ab sofort
"aus dem Papier zitieren" und zugleich betonen, daß sie "das eine
oder andere anders formuliert hätten". Typisches Beispiel: Ab so-
fort darf in der SPD wie bisher schon weder sich auf
"Maximalwachstum versteift", noch ein "Nullwachstum gepredigt"
werden. Die praktische Ausführung dieses in der "FAZ" vom 3. Fe-
bruar gehässig als angeblicher "Zwiespalt in der SPD" beschriebe-
nen Konsenses zwischen SPD als Staat und Sozialdemokratie als Re-
formbewegung findet täglich in den Entscheidungen der Regierung
und den kritischen Kommentaren dazu von Leuten wie Eppler statt.
Ein passendes Programm für die "aktuellen Herausforderungen der
Arbeiterbewegung" oder - wie die "FAZ" resümiert: "Der Text liest
sich... wie eine theoretische Untermauerung der Politik von SPD-
Bundesgeschäftsführer Glotz."
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