Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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Wochenschau
MANFRED COPPIK
ist aus der SPD ausgetreten, bleibt jedoch MdB, um der von ihm
anvisierten Parteigründung "links von der SPD" neben ihm und sei-
nem Kollegen Hansen auf Anhieb gleich zwei Mandate im Bundestag
zu erhalten. In ersten Stellungnahmen haben sinnigerweise sozial-
demokratische Vorständler Coppiks Schritt begrüßt, weil er zur
Klarheit über die Linie der SPD beitrüge, während Gesinnungsge-
nossen vom "linken" Flügel die Entscheidung kritisierten. So er-
klärte Peter Conradi das "sektiererische Verhalten der beiden Ab-
geordneten (Hansen und Coppik) auch damit, daß sie inzwischen nur
noch mit Unzufriedenen und Enttäuschten Umgang hätten. Auf bloßen
Unmut, auch von vielen, lasse sich aber eine neue Partei nicht
aufbauen." (Süddeutsche Zeitung vom 26. Januar) Eine Stellung-
nahme von großer Aufrichtigkeit: Ein Parlamentsabgeordneter, der
sich immer nur mit denen unterhält, die von staatlichen Maßnahmen
betroffen sind bzw. vor ihnen Angst haben, der neigt leicht zum
"Sektierertum", d.h. er sieht die Politik nicht mehr exklusiv vom
Standpunkt der Regierungsmehrheitserhaltung aus. Andererseits
kann man damit keine Partei machen, auf keinen Fall eine regie-
rungsfähige. Ähnlich abgefeimt auch die erste Erklärung der
"Grünen". Sie sehen die mögliche neue Partei nur als Konkurrenz
für eigene Ambitionen aufs Mitdabeisein in Bonn und wittern
"deutlich die Merkmale einer von oben gesteuerten Aktion". So
ganz nebenbei plaudern sie auch noch die Position der
"ökologischen Bewegung" aus: "Historisch ist die Gründung einer
Partei links von der SPD völlig fehl am Platze."
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