Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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DIE WELTRAUMFAHRT - MEINUNGSBILDUNG FÜR DIE SPD
Das unter dem Namen "High-Tech" gehandelte staatliche Kampfpro-
gramm steht fest. Die damit verfolgten Zwecke sowie die Kosten
für die, die sie auszubaden haben, stehen nicht zur Debatte.
Das heißt aber noch lange nicht, daß Politiker sich die Chance
entgehen lassen, an diesem Stück staatlicher Politik ganz viel
Problembewußtsein zu demonstrieren. Folgende "Einwände" sind der
Bremer SPD gegen die Programme Ariane 5, Hermes und Columbus ein-
gefallen:
Erstens: "Die unabsehbaren Kosten von bislang 18 Milliarden Mark,
die uns forschungspolitisch in eine Sackgasse führen." (Scherf)
"Zu teuer" findet Scherf diese Programme im Verhältnis dazu, daß
der Nutzen für "unsere Forschungspolitik" nicht vorweg
e i n d e u t i g feststeht. W e l c h e Sackgasse befürchtet
er denn, der Scherf? Wofür hätte er das Geld denn gerne ausgege-
ben? Was ist denn der Nutzen "unserer Forschungspolitik", den er
stattdessen gerne hätte? Darüber läßt Scherf wohlweislich nichts
verlauten; eine andere "forschungspolitische Strategie" wollte er
ja auch gar nicht vorschlagen. Aber den E i n d r u c k erwec-
ken, als wüßte er was viel Besseres für "unsere Forschungs-
politik" als die Raumfahrt, das will er schon. So darf sich jeder
dazu denken, was er will, eines weiß er auf jeden Fall: die SPD
ist eine O p p o s i t i o n, die k r i t i s i e r t. Und
darauf kam's ja an!
Zweitens soll es eine "Gefahr geben, daß sich der Senat mit sei-
ner Unterstützung des Weltraumprogramms in konkrete SDI-Projekte
verwickeln läßt." (Scherf)
Na und? Seit wann ist denn die SPD gegen das Kriegsbündnis mit
den Amis, also auch dafür, daß dieses Bündnis sich alle Mittel
zulegt, die den Endsieg sicherstellen? Dagegen hat Scherf auch
gar nichts. Er warnt davor, daß deutsche Weltraumprogramm könnte
vielleicht gar keinen ganz eigenen deutschen Souveränitätszuwachs
bringen, sondern von amerikanischen Entscheidungen abhängig wer-
den - und darauf müssen "wir" aufpassen. Sehr kritisch!
Drittens verfügt die SPD aber natürlich auch über das unschlag-
bare Argument f ü r diese Programme: die sichern "1.500
hochtechnologische Arbeitsplätze" und damit das "Ansehen des
Standortes Bremen" (Wedemeier). Na bitte - wen das nicht über-
zeugt: auch Kriegsmittel kommen nicht ohne Leute aus, die sie
bauen, und die wohnen auch noch in unserem feinen Stadtstaat. Mit
dem Argument kann man übrigens auch für KZs sein!
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