Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN SPD - Von den noch besseren Deutschen
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SPD LÄDT ROSTOCKER EIN
Die Bremer SPD gibt die Devise aus "Zeigen wir den Bürgern unse-
rer Partnerstadt Rostock unser Bremen" - und massenhaft schnappen
sich Bremer einen Zoni und schleppen ihn durch die Stadt. Und was
hielten die Bremer nun für geeignet, um den "armen Verwandten"
von drüben einen Eindruck von den Lebensverhältnissen hier zu
vermitteln?
Nicht bekannt geworden sind Führungen in den Wartesaal des Sozi-
alamtes, wo der Ausschuß zu besichtigen ist, den unsere Markt-
wirtschaft sich leistet.
Nicht bekannt geworden sind Führungen zum Atomkraftwerk Stade,
das den Anwohnern - Zeitungsmeldungen zufolge - täglich um die
Ohren fliegen kann.
Nicht bekannt geworden sind Führungen zu den gemütlichen Ar-
beitsplätzen, wie sie Daimler und Klöckner anbieten.
Nicht bekannt geworden sind Führungen durch die Wohnqualität der
Neuen Vahr.
Bei den Rostockern soll eben ein denkbar g u t e r Eindruck von
"unserem" Bremen hängen bleiben - und bei den Bremern das gute
Gefühl, daß man allen Grund hat, stolz zu sein auf den eigenen
Laden. Also nimmt ein Bremer seinen Zoni in die Sögestraße mit
und präsentiert ihm stolz "unsere" glitzernde Warenwelt.
Peinlich, peinlich. Wenn Leute, die ansonsten mit Arbeiten und
Einteilen beschäftigt sind, mal die Sonnenseite ihrer BRD heraus-
kehren wollen, dann deuten sie ausgerechnet auf "unser" schmuckes
Karstadt, das ihnen genausowenig gehört wie den Besuchern Marke
Ost; dann protzen sie also mit einem Reichtum, der nicht der ihre
ist, dafür aber auf ihre Kosten zustandegekommen ist. Dann kehren
sie alles unter den Teppich, was ansonsten als Kehrseite des Ka-
pitalismus beklagt wird - und präsentieren als Sonnenseite - den
Erfolg ihrer Gegner, als wäre er der ihre. Man sieht: Ohne ein
wenig (Selbst-)Betrug geht es nicht ab, wenn bundesdeutsche Nor-
malverbraucher sich zum Kronzeugen dafür hergeben, daß hierzu-
lande ein System herrscht, nachdem die drüben sich nur die Finger
schlecken können.
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Eine "profihafte Bettenbörse"
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ist laut Weser-Kurier in Bremen eröffnet worden. Doch Vorsicht!
Auch hier ist wie immer das Kleingedruckte zu beachten: "Für Be-
sucher aus der Partnerstadt Rostock" werden Betten vergeben. Al-
les klar: Asylanten, Türken und Obdachlose kommen "uns" nicht ins
Bett! Bremer Humanismus ist eben unteilbar.
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