Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN PRAESIDENT - Vom Amt des Bürgerkönigs


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DIE IDEOLOGIE DER WOCHE

Passend zu den Taten der regierenden Politiker dieses Landes, die Einmischungsbedarf in alle Länder der Welt haben, verwirft unser oberster Schönredner, Herr von Weizsäcker, eine alte Ideologie, die ungefähr so lautet: Keinem anderen Staat ist es gestattet, sich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Souveräns einzumischen. Die neue Forderung lautet: "Für Einmischung plädiert Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat zu einem grenzüber- schreitenden Denken beim Umweltschutz aufgerufen. Bei der Eröff- nung der 1. Europäischen Konferenz 'Umwelt und Gesundheit' plä- dierte Weizsäcker gestern in Frankfurt für eine verantwor- tungsvolle Zusammenarbeit, 'und dort wo es notwendig ist, auch eine Einmischung in die Umweltangelegenheiten des Nachbarn'." (Weser-Kurier, 8.12.89) Meint Herr von Weizsäcker vielleicht, daß die BRD ab sofort ihr Atomprogramm einstellt, nur weil ein Nachbarstaat Kritik anmel- det? So ist das natürlich nicht gemeint. Da kennt auch ein Herr von Weizsäcker "Sachgesetze" einer Weltwirtschaftsmacht, die ohne solche Dinger nicht auskommen will. Tritt Herr von Weizsäcker vielleicht für den Schutz des Regenwal- des und seiner Bewohner in Brasilien an? Nein. Wenn deutsche Po- litiker und ihre Banker Kredite an Brasilien geben, kann man noch jeder Zeitung entnehmen, wofür diese benutzt werden: z.B. für das Planieren von Teilen des Regenwaldes samt dem Wegräumen störender Ureinwohner, damit VW do Brasil und die hiesige Holzindustrie dort möglichst kostengünstig produzieren können. So ist beides beieinander: Mit dem schönen Titel "Nicht-Einmi- schung" warnt die BRD unbefugte Dritte, dem bundesdeutschen Impe- rialismus in die Quere zu kommen. Mit dem Titel "Umwelt" recht- fertigt die BRD dann i h r e Einmischung. zurück