Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN CDU/CSU - Von den C-Parteien


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       Wochenschau
       

EIN FRIEDENSPAPIER DER CSU

ist letzte Woche unter dem Titel "Der Frieden, ein Meisterstück der Vernunft" auf den Markt geworfen worden. Reuter vom 7. Dezem- ber gibt Kostproben über diese "Vernunft", die da ihr "Meisterstück" abgeliefert hat. Die Friedensbewegung wollen Bay- erns Unionschristen künftig in "Kommunisten" und in "Gutgläu- bige", die auf die Kommunisten hereinfallen... differenziert" betrachten. Mit "einem hohen Maß von Toleranz, Gesprächs- bereitschaft, aber auch Beharrlichkeit und Härte in der Sachargu- mentation" will die CSU den Friedensbewegten klarmachen, daß, wer vor dem Krieg Angst hat, sich für "kommunistische Ziele ein- setzt", obwohl er "mehrheitlich gar kein Kommunist ist". Jeder Bürger sei "verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten, damit der Staat seine friedenssichernden Aufgaben erfüllen könne". Wenn CSU-General Stoiber beklagt, daß "nach einer Umfrage etwa die Hälfte der Bundesbürger die Arbeitsplatzsicherung als wichtigstes Thema begreife und nur ein Viertel die Sicherung des Friedens", dann macht er klar, wohin die Union die "Friedensdiskussion" steuern will: Auch ein Arbeitsloser sollte aufhören, sein Schick- sal für wichtig zu "begreifen", wo doch seine Nichtanwendung einen Beitrag zur Friedenssicherung qua Sicherung der nationalen Wirtschaftskraft darstellt. Und wenn die CSU "mit aller Entschie- denheit" dafür eintritt, daß der Nachrüstungsbeschluß "ohne Ver- zögerung ausgeführt wird", dann ist das nicht nur wie bisher "der Schlüssel für erfolgversprechende Abrüstungsverhandlungen", son- dern eine "Wahl zwischen Verteidigung von Frieden und Freiheit oder Unterwerfung unter die "kommunistische Macht". Die vom CSU- Vorstand angekündigte "intensive Auseinandersetzung mit der Frie- densbewegung" wird folglich diesen vorab als Verfassungsfeinden und Vaterlandsverrätern gekennzeichneten Menschen im wahrsten Wortsinn mit der Drohung kommen: "Wer Frieden um jeden Preis will, der wird ihn bald verlieren." zurück