Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN CDU/CSU - Von den C-Parteien


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       Münchner Hochschulzeitung Nr. 21, 20.06.1983
       

AUF DEM CSU-PARTEITAG

soll Strauß einen "Denkzettel" verabreicht bekommen haben, weil er in seiner ganzen Macht, Fülle und Herzlichkeit nicht mit dem bei Personalentscheidungen in östlichen "Diktaturen" üblichen Ak- klamationsvotum, sondern nur mit einer satten Dreiviertelmehrheit bestätigt worden ist. Zeitungsschreiber werten dies hämisch-er- freut als Beweis, daß auch Strauß nicht alles mit seinem (Partei-)Volk machen kann und das Volk freut sich über seine Par- tei und ihr "gesundes" Leben. Die SPD entdeckt gar O p p o s i t i o n in der gegnerischen R e g i e r u n g s- p a r t e i und sieht interessiert über die Tatsache hinweg, daß sie sehr dezidiert von rechts kommt: Handlos und seine in der Partei verbliebenen Gesinnungsgenossen wähnen den G e i s t d e r W e n d e verwässert dadurch, daß Strauß auf ein bewährtes sozialliberales M i t t e l des DDR-Fertigmachens, den Kredit, nicht verzichten will: Was für dieses Milli- arden g e s c h ä f t von der Politik schon herausgeholt worden ist und was es für sie noch bringt, wird man erst Zug um Zug er- fahren. Daß das Geld kein G e s c h e n k für den Feind ist - dafür bürgt in der Tat das "bewährte politische Profil" des Strauß. Wie sagte es doch Kohl so schön den müpfigen Delegierten: "Nun halten Sie erst mal die Luft an!" Mit 200 verweigerten Ja-Stimmen war sie dann auch schon draußen ... zurück