Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN CDU/CSU - Von den C-Parteien
zurück
Wochenschau
CSU FORDERT: WEG MIT DEN AUSBEUTERN!
Bundestagsvizepräsident Richard STÜCKLEN auf dem Deutschen Bur-
schentag in Bonn:
"Die Ausbeuter von heute sind die Verweigerer, die zum wirt-
schaftlichen Erfolg der BRD so gut wie nichts beitragen und sich
andererseits von den Früchten dieses Erfolges ungehemmt aushalten
lassen. sie bestreiten so gut wie alles, nur ihren eigenen Le-
bensunterhalt nicht." (ZDF - "heute", 28.5.)
Eine gediegene Klarstellung von der Qualität des "Dachlatten"-Zi-
tates aus dem Munde von Holger Börner; nur daß Stücklen es vor-
zieht, seine Vogelfreiheitserklärung bestimmter Leute unter posi-
tiver Berufung auf die Parole 'Das Leben ist ein Existenzkampf -
oder es ist nicht lebenswert' zu verkünden:
Wer sich n i c h t ausbeuten läßt, i s t ein Ausbeuter. Wer
sich n i c h t einspannen läßt für den wirtschaftlichen Erfolg
der Nation, soll selbst die seltsame Teilhabe an ihm in Form von
Sozialhilfe und ähnlich "ungehemmt" sprudelnden staatlichen
"Aushalt"einrichtungen v e r w i r k t haben: auch das trocken-
ste Gnadenbrot will v e r d i e n t sein! Alle diejenigen, die
dem Zwang zur Arbeit unterliegen, um ihren Lebensunterhalt zu be-
streiten, sollen dies als E h r e n t i t e l betrachten, auch
und gerade wenn für sie, außer eben einem Leben voller Arbeit und
Existenzsorgen, nichts herausspringt. A r b e i t a l s
C h a r a k t e r f r a g e!
Da ist die brutale Umkehrung natürlich schnell bei der Hand: wer
den Willen zu einer Arbeit, die ein Leben in Armut garantiert,
nicht aufzubringen vermag, und diese Scheiße kritisiert, wer also
nicht (wie Politiker es wünschen) beim Malochen freudvoll "mäh"
jauchzt, wer weder arbeitet noch das treudoofe Schaf seiner Her-
ren ist - der soll auch nicht zu essen kriegen!
(Der letzte Satz des Zitats enthält übrigens den zynischen Hin-
weis, daß die beste Medizin gegen Kritik"sucht" die Knochenmühle
in einer deutschen Fabrik ist.
Ein ganz anderer Ausbeutungstheoretiker hat dazu gesagt: Wenn man
vor lauter Lohnarbeit nicht mehr zum Kritisieren kommt, dann sol-
len die Lohnarbeiter sie halt gleich p r a k t i s c h kriti-
sieren, damit sie auch mal morgens zum Fischen, Jagen oder Surfen
gehen können!)
zurück