Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN CDU/CSU - Von den C-Parteien


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       "METZ: Hiroshima war atomwaffenfrei" (WESER-KURIER, 19.6.87)
       Bekenntnisse eines christlichen Politikers:
       

ERST KOMMT DIE ATOMBOMBE UND DANN DIE BERGPREDIGT!

Während Friedensbewegte aus Hiroshima die Lehre "nie wieder Krieg" ziehen wollen, besteht der CDU-Politiker Metz auf der christpolitischen Lehre aus den Millionen Atomtoter: Der Staat braucht Atomwaffen, und zwar nicht zu knapp: "Die Drohung mit dem Einsatz von Nuklearwaffen sei augenblicklich die einzige Möglichkeit, um deren Anwendung zu verhindern... Metz: "Es klingt makaber, aber Hiroshima war eine atomwaffenfreie Zone" (WK, 19.6.87) Die Verfügung über ein enormes Potential an Gewaltmitteln, staat- lich angeordnetes Töten im Kriegsfall - all das rechnet ein Christpolitiker g u t e n Gewissens zu den Staatsaufgaben. Und zwar mit Blickrichtung auf den 22. Deutschen Evangelischen Kir- chentag. Dort versammeln sich nämlich nicht wenige Christen, die als Kenner der Bergpredigt eher ein s c h l e c h t e s Gewis- sen aus der A-Bombe ableiten wollen, bei sich und ihren Herrn in Bonn. "Du sollst nicht töten!" - eine Moral für unten, nicht für oben! Was Christen nie so ohne weiteres glauben wollen, das sagt ihnen ein C-Politiker mitten ins Gesicht. Die Welt dreht sich nicht um die 10 Gebote und andere moralische Maximen, sondern um staatli- che und andere maßgebliche Interessen. Und damit die unangefoch- ten schalten und walten können, gibt es für die kleinen Leute einen schönen Moralkatalog. "Du sollst nicht töten!", von dieser Maxime sind Bundeswehr und selbst Polizeieinsatzleiter ausdrück- lich ausgenommen. Der Rest der Menschen darf sich dann schon bei einem kritischen Wort oder einer Demonstration gegen Raketen die rhetorische Frage vorhalten lassen, wie er es mit der Gewalt hält. Für ihn ist sie nämlich verboten, gesetzlich und moralisch. "Der einzelne möge für sich auf Gewalt verzichten ("möge" ist gut!), meinte Metz, der Staat aber habe die Pflicht, die Existenz und Freiheit eines Volkes gegen Aggression und Erpressung von au- ßen zu schützen. Verantwortliche Politik müsse den Krieg verhin- dern. Die bloße Ächtung von Waffen indes verhindere ihn nicht." (WK) Wer schon, ohne rot zu werden, gegen das 5. Gebot verstoßen kann, der muß es auch mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Wahr ist es nämlich nicht, was da der gute Christenmetz über die staatli- chen Aufgaben erzählt. V e r h i n d e r u n g von Kriegen ist das Staatsziel sicher nicht, wenn der Westen Libyen oder Nicara- gua mit Bomben eindeckt. Das weiß keiner besser als der gute Metz selber: "Entscheidend kommt es dabei auf die Definition des Begriffs Frieden an, denn, so Metz, "Frieden ist mehr als das bloße Schweigen von Waffen, Frieden ist mehr als bloße Friedhofsruhe." Frieden und Freiheit gehörten unteilbar zusammen." (WK) D e r Frieden, der diesem Mann wie seinen höhergestellten west- lichen Kollegen vorschwebt, will erst noch h e r g e s t e l l t sein: durch die Beseitigung der Unfreiheit, wie im christlichen wie NATO-Jargon der Osten heißt. D a f ü r braucht die Wacht am Rhein jede Menge Waffen. Und damit die Aufrüstung mit gutem Ge- wissen vorankommt, ist jede Heuchelei recht. "Frieden schaffen mit immer weniger Waffen", so hieß die Parole des allerchrist- lichsten Kanzlers Kohl, der jetzt Zeter und Mordio schreit, weil die Russen Abrüstung wollen, bei sich, leider aber auch in Bonn. Das hält die deutsche Verantwortungsethik nicht aus. zurück