Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN ALLGEMEIN - Von Dichtern und Denkern
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Marxistische Gruppe München, Oktober 1981
GRUSSADRESSEN
"Ich will niemandem, der heute demonstriert, und schon gar nicht
den vielen jungen Menschen ihren ernsthaften Friedenswillen ab-
sprechen. Ich wünsche mir herzlich, daß die Sache friedlich ver-
läuft, denn es wäre ganz schlimm, wenn es einigen hundert Chaoten
und Linksextremisten gelänge, in den Augen der breiten Massen in
Deutschland das Grundrecht auf Demonstration abzuwerten. Vor al-
lem appelliere ich an die teilnehmenden Sozialdemokraten, das
Mißverstdindnis gar nicht erst aufkommen zu lassen, mit dieser
Demonstration werde ein parteiintern gemeinter Kampf gegen die
Politik der Regierung ausgetragen. So und nur so kann der etwas
einseitige Aufruf von Aktion Sühnezeichen und der Aktionsgemein-
schaft Dienst für den Frieden nicht nur teilweise, sondern sehr
hilfreich sein." Helmut SCHMIDT, Bundeskanzler
"Ich machte dazu mahnen, daß diese Demonstration nicht von Ge-
walttätern ausgenutzt werden darf." Herbert WEHNER, Fraktionsvor-
sitzender (meint die Demonstranten, nicht die Bundesregierung!)
"Diese Demonstration bietet der SPD eine wertvolle Gelegenheit zu
überprüfen, ob die jeweilige Politik auch die allein mögliche Po-
litik sel. Natürlich soll und kann man aber nicht in die SPD ein-
binden was nicht in die SPD gehört. Die Demonstration kann dazu
beitragen, nicht Verbitterung und Untergangsstimmung, sondern Zu-
versicht und Klarheit zu verbreiten." Willy BRANDT, Parteivorsit-
zender
"Wir haben dem Bundestag eine Entschließung vorgelegt, in der die
Unvereinbarkeit zwischen der Sicherheitspolitik der Bundesregie-
rung auf der Basis das NATO-Doppelbeschlusses mit der Zielsetzung
der Demonstration am 10. Oktober festgestellt wird. Um hier klare
Fronten zu schaffen, würde es die CDU/CSU begrüßen, wenn eine
ähnliche Resolution auch auf der Schlußkundgebung verabschiedet
würde." Friedrich ZIMMERMANN, Landesgruppenvorsitzender
"Ich stimme mit den Auffassungen, die Sie auf Ihrer Demonstration
vertreten, nicht überein. Dennoch ist meine Regierung bereit, das
gesamte Abschreckungspotential der NATO einzusetzen und notfalls
die halbe Menschheit dafür sterben zu lassen, daß Sie Ihre Mei-
nung weiterhin vertreten dürfen." Alexander HAIG,
US-Außenminister
"Ich hoffe nur, daß wir hier lebend herauskommen" Günter NETZER,
HSV-Manager
(Quellen: Schmidt, Brandt und Wehner vor der SPD-Funktionärskon-
ferenz in Bonn am 4 Oktober. Zimmermann am 3. Oktober zu AP. Haig
am 13. September in Westberlin und Netzer am 30. September in der
Halbzeit gegen den FC Utrecht.)
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