Quelle: Archiv MG - BRD DEMOKRATISCHES-LEBEN ALLGEMEIN - Von Dichtern und Denkern


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       Ein Stück demokratischer Schlammschlachtroutine wird bekannt, ein
       Politiker geht wegen seiner Ehre in die Badewanne -
       

EIN REINIGUNGSBAD FÜR DIE DEMOKRATIE!

Angesichts von über vier Wochen "Fall Barschel", angesichts der Moralexzesse der letzten Tage - bezüglich dessen, was "uns allen" jetzt anstünde, auf welche Werte und Regeln wer sich zu besinnen habe, damit unser Allerkostbarstes, die Demokratie, nicht den Schaden leide, der sie überfallen haben soll - nehmen wir uns die Freiheit heraus, ohne Pietät, ohne betroffenes Innehalten und sonstiges Verantwortungsgetue, auf den paar Wahrheiten zu beste- hen, die man dem "Fall" entnehmen kann. Die jeder Demokrat zur Genüge wissen könnte, von denen aber kein Demokrat offensichtlich Kenntnis nehmen will. Die gute Regel und der "unglaubliche Skandal" - ein und dasselbe ---------------------------------------------------------------- Uwe Barschel hat wahlgekämpft, ganz nach den ehrwürdigen Regeln der Demokratie. Da wird nämlich wenig geleistet, was das Aufklä- ren von politischen Vorhaben angeht. Dafür wird um so mehr Wert darauf gelegt, daß man selbst schwer geeignet ist für die Staats- macherei, die anderen aber nicht. Da die Frage der Eignung keine Auseinandersetzung um politische Alternativen ist das wäre ja glatt eine Infragestellung der Souveränität der Politik -, er- streckt sie sich auf die Be- und Verurteilung von Figuren. Deren Ausbildung und Einbildung, deren inszenierte und veröffentlichte Lebensführung, der Eindruck, den sie machen das sollen die aller- besten Gründe sein, ihnen das Amt anzuvertrauen. Dem Konkurrenten nachzusagen, er wäre im Privatleben eine Sau, würde Steuern hinterziehen oder sonstwie gegen die guten Sitten verstoßen, ist haargenau dasselbe wie die Herstellung von überle- bensgroßen Plakaten, auf denen man mit Kind und Kegel die Wähler anstrahlt. Wer sich über das Plakat "Ministerpräsident mit Fami- lie" nicht mehr wundert, also den demokratischen Personenkult überhaupt nicht für einen Skandal hält, soll auch nicht kritisch werden wollen, wenn so ein Ministerpräsident seinem Gegenüber mit der üblen Nachrede kommt, ihm mangelte es an den menschlichen Grundvoraussetzungen für die Würde des Amtes. Wer seinen Verstand auf derartige Fragen verwendet, ob er einer solchen Figur genug Durchsetzungsvermögen und Führungsstärke zutraut und ob er ihr die Berechtigung für staatliche Gewalttäterschaft über die Würdi- gung ihrer hochanständigen Persönlichkeit zuspricht, der soll sich auch nicht beschweren, wenn ihn die Politiker mit dem pas- senden Entscheidungsmaterial füttern. Wem sogar jetzt noch immer nichts anderes zur Politik einfällt als die Frage der Integrität derer, die sie machen - der ist der passende Adressat solcher Selbstlob- und Schmutzkampagnen, wie Barschel sie inszeniert hat: Genau dieses Interesse wird durch die wahlkämpferischen Informa- tionsangebote befriedigt. Uwe Barschel hat bei seiner Überzeugungsarbeit nur einen Fehler begangen, den er gar nicht selber begangen hat. Der Fehler heißt Pfeiffer, genauer: daß der das Anschwärzen der Konkurrenz a l s Auftrag seines Auftraggebers und gerichtsmäßig verwertbar zu Pro- tokoll gegeben hat. S e l b e r Material zu produzieren, das den Gegner verunglimpft, anstatt Nachrichten und Gerüchte über ihn auszunützen, stellt die Überschreitung einer demokratischen Schamgrenze dar. Wer das tut, macht sich in der Demokratie mit seiner S e l b s t darstellung unmöglich. Denn die verlangt ka- tegorisch, daß das persönliche Interesse an der Macht hinter der selbstlosen Sorge um die Macht, also hinter dem allgemeinen und öffentlichen Bedürfnis nach guter Herrschaft verschwindet. Kon- kurrenz muß sein - aber ewig mit dem S c h e i n: Wer ist der beste Allgemeinwohler? Wer denkt nie an sich und immer nur an uns alle? Den Konkurrenten beim demokratischen Eignungstest durchfal- len zu lassen, ist zwar der Zweck jeden Bewerbers, darf aber nach den Regeln demokratischer Heuchelei nicht so a u s s e h e n. Wenn das passiert, merkt die demokratische Gemeinde nämlich wahr- haftig, daß das Streben nach Macht selbst ein Privatinteresse ist. Und ausgerechnet das beschädigt die Machtausübung - nicht in der Realität, wohl aber im Reich der moralischen Einbildungen, mit denen sich die Untertanen die Herrschaft über sich als ihr gerechtes Bedürfnis zurechtlegen. Gegen ein erlesenes Prinzip der Demokratie, genauer: ein Prinzip ihrer Heuchelei hat sich der tote Barschel vergangen: Wer Spit- zenpolitiker sein, also für den Rest der Menschheit Regeln erlas- sen will, was sich gehört und was nicht, was Recht und was Un- recht ist, darf sich viel erlauben. Er darf sich bloß nicht er- lauben, den Schein zu verletzen, daß er selber der Letzte wäre, solche Regeln zu mißachten. Wenn also ein Barschel Staatsdateien und Staatsorgane für den Konkurrenzkampf benützt und nicht für Staatsinteressen, dann hat er nicht bloß eventuell ein Recht ge- brochen oder gegen gute Sitten verstoßen, sondern sich als Poli- tiker unmöglich gemacht. Wenn das an eine ganz besonders große Glocke gehängt wird, werden sogar Demokraten hellhörig. Wenn ihnen tagelang von allen Seiten erklärt wird, daß Politiker den von ihnen verordneten Maßstäben selber nicht genügen, vollziehen sie scharfe Schlüsse mit. Nicht den Schluß, daß die Parteienkonkurrenz solche Techniken kulti- viert, daß der demokratisch erwünschte Personenkult und die demo- kratischen Watergates zwei Seiten derselben Medaille sind, son- dern den ganz anderen Schluß: daß die Politik und der Staat vor solchen Erscheinungen und Skandalen b e w a h r t gehören. Sie ziehen also gar keinen Schluß, sondern klagen das Recht ein, mo- ralisch betrogen zu werden und daß die H e r r s c h e r den Schein des Dienens formvollendet inszenieren. Skandalbewältigung I -------------------- Der tote Barschel hat einen Sinn: --------------------------------- Mehr Schonung für Politiker, unser kostbarstes Gut -------------------------------------------------- "Sein Tod darf nicht umsonst gewesen sein. Vielleicht führt sein Tod dazu, daß Demokraten wieder zueinander finden und Feindbilder einreißen..." (Justus Frantz schreibt an Barschels Kinder in der BamS) Was soll es denn eigentlich heißen, wenn eine Anke Fuchs, ein Hans-Jochen Vogel und ein Alfred Dregger verlangen, daß "wir alle innehalten, um über den Umgang miteinander, den politischen Stil und die politische Kultur nachzudenken", damit die Politiker nicht "Opfer eines gnadenlosen Konkurrenzkampfs" werden? Wieso eigentlich sollen Politiker, die an ihrer Karriere verzweifeln, weil diese auf dem Felde ihres schönen Scheins einen Knacks be- kommen hat, weihevolle Gefühle erzeugen? Seit wann heiligt ein Selbstmord die Gründe des Selbstmörders? Ledige Mütter, Säufer, Bankrotteure und andere Alltagsselbstmörder deren Anliegen und deren Lebensführung werden doch keineswegs durch Selbstmord rück- wirkend mit einer höheren Berichtigung ausgestattet. Und durch einen selbstgemordeten Ministerpräsidenten soll gleich die ganze Demokratie erschüttert sein? Und die Vorstellung eines Menschen, daß er sich selbst ohne öffentliches Amt und Würde nicht weiter ertragen kann, soll einem Betroffenheit und Respekt abnötigen? Vor p o l i t i s c h e r Kritik hat die ganze Aufbereitungs- mannschaft offensichtlich zurecht keine Angst, wenn sie anläßlich eines toten Barschel mehr Ehrerbietigkeit für ihren Stand verlan- gen und dessen bekannt gewordene üble Praktiken nachgerade als tödliches Berufsrisiko von Politikern - gewürdigt sehen möchten. Daß demokratische Bürger von den Umgangsformen, die die Politiker immerhin s e l b e r als die passendste Technik ihrer Konkur- renz und Wählerbetörung erfunden haben, zu Zweifeln am Inhalt ih- rer Machtausübung angeregt werden könnten, befürchten die regie- renden Moralprediger nicht im geringsten. Mit der dumm-dreisten Umdrehung, daß ein selbstgemordeter Täter ein Opfer ist, ein Op- fer genau dessen, was er getan hat und was gute demokratische Routine ist, legen sie dem Wählervolk eine ganz neue erlesene Sorge ans Herz: Ob nicht die der Demokratie zugehörige S c h e i n w e l t von K r i t i k, das Taxieren nach Ehren- und Anstandsfragen zur Vereinnahmung des B ü r g e r s, eine unzulässige Belastung des P o l i t i k e r s ist. Noch mehr Kumpanei im demokratischen Zirkus, auch noch eine moralische Exi- stenz g a r a n t i e für das Herrschaftspersonal, eine Absiche- rung der Politik gegen ihre eigenen Skandale, das fällt den poli- tischen Machern ein, wenn es ausnahmsweise überhaupt einmal zu einem solchen gekommen ist. So hat der tote Barschel Sinn, daß es kracht: Seine Kollegen entdecken ihr gutes Recht auf Anti-Kritik auch noch an dem von ihnen selbst erfundenen und inszenierten öf- fentlichen Wettbewerb. Skandalbewältigung II --------------------- Die Demokratie sieht ein bißchen schlecht aus - ----------------------------------------------- Lauter Belehrungen über die unersetzliche Güte der Demokratie ------------------------------------------------------------- "Wir haben nur diesen demokratischen Rechtsstaat... Wir dürfen ihn uns von niemanden kaputtmachen lassen!" (Philipp Jenninger in der BamS) Demokratie ist eine interessante Staatsform. Sie organisiert die Konkurrenz um die Macht als Glaubwürdigkeitskrieg. Und wenn dann einmal die Glaubwürdigkeit nach den eigenen immanenten Maßstäben zusammenkracht, v e r b i e t e t sie, das Vertrauen zu kündi- gen. Ohne daß überhaupt von unten anläßlich von Barschel Zweifel an der Staatsform angemeldet worden wären, geht die gesamte Mann- schaft von Politikern und Meinungsmachern in die Offensive und belehrt das Volk, daß etwas Besseres als die Demokratie schlech- terdings nicht zu haben ist. Als wollten sie den Imperativ erlas- sen, daß bei uns in der Politik nichts, aber auch gar nichts ge- gen das System sprechen kann. Dieselben Staatskenner, die, was den feindlichen Staat angeht, lauter N o t w e n d i g k e i- t e n kennen, die sich bei jedem defekten Gerät und bei jeder menschlichen Unart in der S c h u l d f r a g e auskennen - es liegt am System! -, dieselben Bescheidwisser dementieren in ellenlangen Besinnungsaufsätzen den Verdacht, daß überhaupt zwischen den Tätigkeiten eines Barschel und seinem Beruf ein Zusammenhang bestehen könnte. Da wird das Wählervolk mit der Begutachtung integrer Charaktere auf ein ebenso grundsätzliches wie leeres Vertrauen in die Poli- tik verpflichtet, da werden ihm die entsprechenden Charakterdar- steller geboten, bei einem geht der schöne Schein in die Brüche - und lauter Befürworter des Systems treten auf mit der Forderung, weiter fest an den Schein zu glauben, weil sonst der ganze Laden nicht klappen würde. In kaum zu überbietender Offenheit wird P a r t e i l i c h k e i t verlangt: Das, was nachweislich pas- siert ist, hat man, als "Ausnahme" von der "Regel" zu betrachten, die "Regel" wiederum als eine, die eigens zur Verhinderung ihrer Ausnahmen da sein soll... Die Demokratietiraden, die jedes öffentliche Organ in der letzten Zeit auf sein Publikum losgelassen hat, stellen eine beispiellose Beanspruchung des Urteilsvermögens für verkehrte Schlüsse dar. Wo eine Technik der P o l i t i k, des demokratischen Konkurrenz- kampfs, bekannt geworden ist, soll man "den Menschen" als den Grund der Panne ansehen, den weitverbreiteten und einfach in j e d e m vorfindlichen Egoismus. Wo die "Ausnahme" überhaupt nur darin besteht, daß ein Stück der zur Politikerroutine gehöri- gen Intrigenwirtschaft p u b l i k geworden ist, soll man die "Regel" der Demokratie darin sehen, daß sie als System immerzu alles zutage fördert und ins Licht der Öffentlichkeit rückt, was gegen Politiker und deren Geschäfte spricht. Wo das bißchen Skandal beweist, daß demokratische Wahlkämpfe auf die für Politiker denkbar bequemste Art und Weise geführt werden, mit "Deutschland", Hochglanzfotos von der sauberen Familie, was den Gegner betrifft, mit "Rußland" und "Aids", soll man umgekehrt das harte Geschäft bedauern in dem sie sich zermürben - für uns alle. Wo sich ein Politiker niemals unmöglich machen kann durch etwas, was er qua Amt den Bürgern an Härten zumutet, sondern bloß und ausschließlich durch platte Mißgriffe oder extreme Pannen in der Abteilung Heuchelei, wo also auch mit einem bestimmten Kar- rieregrad Arbeitsplatz- und Existenzsorgen einfach nicht mehr ge- geben sind, soll man genau umgekehrt die Demokratie als eine Staatsform begreifen, die zwecks einwandfreier Amtsführung das Personal laufend austauscht und mit dem "Fall ins Nichts" be- droht. Da soll man sich mit verständnissinniger Anteilnahme "den Widerspruch zwischen der reichlich ungesicherten Stellung und den enormen Anstrengungen zu ihrer Sicherung vergegenwärtigen" (Die Zeit). "Heißt das nicht, fast Übermenschliches fordern?" Und wenn mit solchem verlogenen Mitleidsgetriefe so gut wie alles, was den Fall zu einem Fall gemacht hat, wegerklärt ist, wird wiederum eine Krise d e r Demokratie ausgerufen, die darin bestehen soll, daß man den G l a u b e n i n s i e verlieren könnte. Einerseits ist das eine kleinere Unwahrheit. Weder hat das von oben erlassene allgemeine "Innehalten" und "Betroffensein" auch nur eine außenpolitische Erpressungsaktion, einen Entlassungsplan an der Ruhr, nicht einmal ein Stückchen des innmerwährenden Wahl- kampfs unterbunden. Die demokratische Herrschaft beruht denn doch auf solideren Gewaltmitteln als auf einem gemeinsannen Glauben an höhere Werte. Und der Glaube an höhere Werte beruht auf ganz an- deren Grundlagen als widerlegbaren Argumenten. Andererseits stellt das Legitimationskrisengetue von Politikern und Meinungs- machern aber klar, daß ihnen bei ihrer Herrschaft eines ganz un- verzichtbar zu sein scheint: die Unantastbarkeit ihrer verlogenen politischen Moral. Eben die Glaubwürdigkeit von solchen Unglei- chungen wie Politiker = Vorbild, Politik = Gemeinschaftsdienst. Meister Proper oder "die Selbstreinigungskräfte der Demokratie"! ---------------------------------------------------------------- Die drei sollen am Werk gewesen sein, und damit stellt s i c h "die Demokratie" die besten Noten aus. Darf man dagegen noch ein- mal daran erinnern, wer diese ominösen Selbstreinigungskräfte wirklich gewesen sind? Und daran, was alles an Bedingungen er- füllt sein müssen, damit überhaupt erst so etwas wie ein "Skandal" zustandekommt? 1. Ein - nach allgemeinem Urteil - "widerliches Subjekt" namens Pfeiffer. Damit die Aufträge, die dieses Subjekt erledigt hat, überhaupt bekannt geworden sind, hat sich dasselbe Subjekt schon sehr schlecht behandelt fühlen müssen, um seine hochdotierte und zu allgemeiner Zufriedenheit ausgefüllte Stellung aufzugeben. 2. Ein - ebenso nach allgemeinem Urteil - "widerlicher Enthül- lungsjournalismus". D.h. die Geschäftskalkulation des "Spiegel" mit der dosierten, über Wochen hingezogenen Veröffentlichung peinlichen Materials. Wobei die "Spiegel"-Redaktion ihr Material unter Garantie vor der Veröffentlichung dreimal juristisch dar- aufhin überprüft hat, daß es auch b e w e i s k r ä f t i g ist. 3. Die "gnadenlose Hetzjagd" bzw. "Vorverurteilung" durch die Kollegen der CDU und FDP, denen Barschel keinen überzeugenden Wahlsieg zu bieten hatte. Deren parteitaktische Entscheidung ging dahin, daß die Technik einmütiger Vertrauenserklärungen bei allzu nachweislichem Lügen eines Ministerpräsidenten gegen die der ent- rüsteten Distanz ausgewechselt werden muß. Wenn es denn a n d e r s g a r n i c h t g e h t, opfern Politiker eben auch mal einen Kollegen für den guten Ruf ihrer Partei. 4. Barschel selbst, der mit seiner originellen Idee einer Ehren- rettung per inszeniertem Mordverdacht sich selbst bereinigt und der Nachwelt ein neues staatsmoralisches Thema verschafft hat: die Härte des Politikerberufs zur politischen Selbstbeweihräuche- rung. Solche Charaktere - lauter Argumente f ü r den Staat, den sie machen?! Noch einmal: "Selbstreinigungskräfte der Demokratie"! ----------------------------------------------------- Die berühmte A u s n a h m e von der Regel besteht nicht darin, was die schleswig-holsteinische Staatskanzlei alles ausprobiert hat, sondern darin, daß es w i e eine schändliche Ausnahme von der Regel bekannt gemacht und von den Staatshängern in Parlament und Redaktionsstuben breitgetreten worden ist. Und nachdem der Fall sein vorbildlich tragisches Ende genommen hat, w a r n e n die Fanatiker der Öffentlichkeit vor zuviel Öffentlichkeit, zu rücksichtsloser Öffentlichkeit, vor zu viel Prüfung der hochste- henden Persönlichkeiten, vor z u v i e l Konkurrenz zwischen ihnen... Wenn denn schon der demokratische Schwindel gelten und der Wähler wegen der einwandfreien Charaktere seiner Staatsmänner deren Politik schlucken soll, dann gehören Presse, Funk und Fern- sehen in jedes Politikerbadezimmer. *** Engholm, hört man, hätte "die Klamotten hingeschmissen", wenn er vor der Wahl von dem benachrichtigt worden wäre, was er jetzt weiß. Barschel, hat man gehört, war nach seinem Flugzeugabsturz "nach innen gekehrt" und sehr "dazu versucht", sich von der auf- reibenden Politik ab- und einem stillen Leben zuzuwenden". Philipp Jenninger: "Auch ich fühle mich in diesen Tagen in meiner Haut als Politiker nicht wohl." Und ein 27jähriger CDU- Abgeordneter aus Schleswig-Holstein berichtet der "Süddeutschen Zeitung": "Alte und junge Anrufer zeigten sich mir gegenüber erschrocken, wie hart und brutal Politik sein kann. Wenn es uns nicht gelingt, diesen Eindruck zu korrigieren, wird es künftig unmöglich sein, junge Menschen noch zur Übernahme politischer Verantwortung zu bewegen." Nicht auszudenken, das wird die Hölle für uns ältere Menschen. zurück