Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR WAFFENEXPORT - Deutsche Waffen in alle Welt


       zurück

       "Gewalt darf kein Mittel der Politik sein!"
       

VON WEGEN! RÜSTUNG UND WAFFENEXPORT GARANTIEREN DEUTSCHLANDS STÄRKE

1. "Gewalt darf kein Mittel der Politik sein!" - diese Weisheit stößt noch stets auf ungeteilte Zustimmung. Und niemand wundert sich darüber, daß es in erster Linie die obersten G e w a l t h a b e r i n d e r P o l i t i k sind, die mit einer solchen Empfehlung hausieren gehen. Das liegt daran, daß jeder versteht, wie die dringliche Mahnung gemeint ist. Sie rich- tet sich nämlich stets an die anderen, vornehmlich an solche, die als Gegner der eigenen Staatsgewalt ins Visier genommen sind. Und so taugt das vermeintliche Plädoyer für Gewaltlosigkeit dann auch schnurstracks zu einer unüberbietbaren Rechtfertigung des Gewalt- apparats, über den bundesdeutsche Politiker verfügen: während sie an den Waffen des Feindes im Osten noch stets dessen g e w a l t t ä t i g e p o l i t i s c h e A b s i c h t auszumachen verstehen, ist ihnen bei der eigenen Militärausstat- tung genau der umgekehrte Schluß geläufig - die sind nur, aber deswegen so sehr notwendig, um den ständig drohenden Übergriffen des Gegners entgegentreten zu können, letztlich also, um das Auf- kommen von Gewalttätigkeiten zu verhindern. 2. Jedermann weiß, daß sich die Aktivitäten bundesdeutscher Politi- ker nicht auf das Staatsgebiet der BRD beschränken. Man freut sich über Fortschritte beim "europäischen Einigungswerk", ist stolz auf den weltweiten Erfolg deutscher Wirtschaft und nimmt Anteil an den Bemühungen der hiesigen Politiker, ihm "Hindernisse aus dem Weg zu räumen". Man hat sich daran gewöhnt, daß die Bun- desrepublik zu jenem exclusiven Club von Staaten gehört, der nicht nur auf diversen Gipfeln dem Rest der Staatenwelt die Be- dingungen von deren Teilhabe an der Weltwirtschaft stets aktuell setzt, so daß es auch keinen wundert, daß dieser Staat inzwischen zu einer der führenden Militärmächte geworden ist. Denn "wir" ha- ben viel zu "verteidigen". Was verraten einem die offiziellen Po- litikersprüche zwar nie, wohl aber, daß sie das R e c h t ha- ben, es zu tun: "Unsere" Interessen stehen auf der ganzen Welt auf dem Spiel. Seit einiger Zeit spricht man auch von der "weltpolitischen Verantwortung", der sich die BRD "nicht entzie- hen dürfe" - und sagt damit auch nicht die Wahrheit über die weltpolitischen Interessen dieses Staates, wohl aber, daß seine Z u s t ä n d i g k e i t weit über die engen bundesdeutschen Grenzen hinausreicht und das auch voll und ganz in Ordnung geht. 3. "Frieden schaffen mit weniger Waffen" erklärt der Bundeskanzler auch dann noch als Ziel seiner "abrüstungspolitischen Bemühun- gen", wenn er ein paar Minuten später von der "Notwendigkeit" re- det, diese oder jene Maßnahme zur Aufrüstung der Bundeswehr in die Wege zu leiten. Der Widerspruch, ständig "eigentlich" abrü- sten z u w o l l e n, aber "leider" aufrüsten z u m ü s s e n, soll nämlich deswegen keiner sein, weil stets der Schuldige am Pranger steht, der ihn "erzwingt": die Waffen des Feindes im Osten. Das vermeintliche "sicherheitspolitische Ge- bot", auf die Militärausstattung des Gegners zu reagieren, lie- fert zwar keine Erklärung dafür, warum es gestern die Mittel- streckenraketen, heute die Kurzstreckenraketen und morgen die konventionellen Waffen der Russen sind, die uns nicht eher ruhig schlafen lassen, bis "wir" entsprechend "nach"gerüstet haben, zu- sammengenommen macht diese "Unterlegenheit" auf allen Gebieten es sogar total unerklärlich, warum der böse Feind nicht längst am Rhein steht - wird aber nichtsdestotrotz gerne geglaubt. Genauso wie daß es heute absolut notwendig ist, die Bewaffnung der BRD immerzu mit der der Russen zu vergleichen, während vordem "unsere" Sicherheit noch bei den Interkontinentalraketen der USA in besten Händen waren. 4. Glaubt man den Darstellungen der zuständigen Politiker, so ist ihre beständig praktizierte Sorge für eine bestens gerüstete Bun- desrepublik keineswegs d i e notwendige Konsequenz und unent- behrliche Voraussetzung der Sorte Einfluß, auf die es Deutschland in der Welt ankommt, sondern im Gegenteil eine ihnen von außen aufgezwungene Pflicht, der sie nachkommen müssen, um die eigenen gewaltlosen und guten politischen Absichten gegen böse und ge- walttätige Attacken zu schützen. Auf eine ganz besondere Weise geglaubt werden diese dummen Rechtfertigungen zu allem Überfluß von den handelsüblichen Kritikern bundesdeutscher Waffenmacht. Noch zu jeder Aufrüstungsmaßnahme der letzten Zeit ist ihnen kein anderer Kommentar eingefallen als der, daß "dies" jetzt aber n i c h t s e i n m ü ß t e. Maßstab solcher Sorte Nachrech- nungen ist dabei stets der ideologische Rechtfertigungstitel der aufrüstenden Machthaber ("Gleichgewicht", "Ziel bleibt Abrüstung" etc.), den sie nicht als verlogene Sprachregelung kritisieren, sondern i n d e s s e n N a m e n sie allein argumentieren. Rauskommen tut so garantiert keine Entdeckung, w a r u m die BRD-Machthaber immer neue und bessere Waffen wollen, wohl aber eine die "eigentlichen" Absichten der Politiker unkritisiert las- sende Falschmeldung, hierbei handele es sich um einen gravieren- den F e h l e r. Wenn solche Leute dann auf die Suche nach dem "Schuldigen" gehen, landen sie nicht zufällig schnell bei der Rü- stungsindustrie, in deren "militaristischen" Klauen sie die ar- men, an sich friedwilligen Politiker wähnen. Dabei ist der Um- stand daß, Rüstungskapitalisten mit den Staatsaufträgen kein schlechtes Geschäft machen, noch lange kein Grund dafür, den po- litischen Zweck und das militärische Mittel seiner Durchsetzung miteinander zu verwechseln. 5. Wo letztlich niemand was dagegen hat, daß der eigene Staat über eine R ü s t u n g verfügt, genausowenig wie irgendeiner Ein- wände erhebt, wenn die BRD auf der Welt als Top- E x p o r t n a t i o n gefeiert wird, so üblich ist es auch, den R ü s t u n g s e x p o r t als "Geschäft mit dem Tod" zu kritisieren: Womöglich sind "unsere" Waffen am Gemetzel im Iran/Irak-Krieg beteiligt! Wenn "unsere" Waffen in die Hände von "Falschen" geraten, z.B. in die von den "Menschenrechts- verächtern" in Südafrika! Und die Entwicklungsländer benötigten doch alles andere eher von "uns" als ausgerechnet Waffen! Damit sollte man doch wirklich kein Geschäft machen dürfen! Und was ist, wenn diese Sorte moralischer Einwände erstens jedem am Rüstungsexport Beteiligten bestens bekannt, zweitens aber als Kriterium für das Waffengeschäft praktisch total irrelevant sind? Da kann man dann entweder klagen, daß das so ist, oder sich überlegen warum, das heißt sich fragen, welches jenseits aller schönen Reden von den vielfältigen "Restriktionen" - die tatsächlich maßgeblichen Gründe für den florierenden Waffenexport sind. zurück