Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR ALLGEMEIN - Vom deutschen Militarismus
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LEICHT GESCHÜRZT
soll der moderne Landser in die Schlacht ziehen, wenn ihm seine
Führer den Einsatzbefehl geben. Nur drei Kilogramm wiegt die neue
Bundeswehr-Schutzweste, mit der 160.000 Soldaten in kleine Panzer
verwandelt werden. So ist es ja nicht, daß die Rationalisierung
der Kriegstechnik den Menschen überflüssig macht. Und auch die
apokalyptische Vision vom atomaren Holocaust, der Gewinner und
Verlierer nicht kennen und daher sinnlos sein soll, ist auf der
Hardthöhe nicht populär. Unsere kampferprobten israelischen Waf-
fenbrüder haben als erste erkannt, daß der Verteidigungsauftrag
nicht allzu schwer auf den menschlichen Kampfmaschinen lasten
darf.
"Alle vorangegangenen Versuche, Soldaten im Krieg durch eine
'Eigenpanzerung' zu schützen, hatten sich als unbrauchbar oder so
unvollkommen erwiesen, daß sie im Ansatz steckengeblieben waren."
(Weser-Kurier, 30.1.)
Die Chemiefaser Aramid macht es möglich, daß der Trägheitsfaktor
Mensch im Kriegsfall nicht allzu hinderlich wirkt. Da kommt Be-
geisterung auf:
"Achtmal bin ich damit abgesprungen, sagt der Kommandeur des
Fallschirmjägerbataillons 273, Oberst Richstein, das schmiegsame
Material hat mich nicht einmal behindert."
Wie immer, wenn die Kriegsplanung mächtig vorankommt, bleibt Kri-
tik nicht aus.
"160.000 Schutzwesten sollen zum Stückpreis von ungefähr 1.000
Mark im Laufe der kommenden fünf Jahre beschafft werden. Nicht
viel, wenn man bedenkt, daß die Bundeswehr im Krisenfall mehr als
eine Millionen Soldaten zählen würde."
Wenn da keine Nachrüstung fällig ist!
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