Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR ALLGEMEIN - Vom deutschen Militarismus


       zurück

       Wochenschau
       

DIE MOBILMACHUNG

an der Heimatfront schreitet zügig voran, nur will es keiner be- merken, weil die Einberufungsbefehle noch nicht per Postwurf ins Land hinausgehen. Die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Langzeitkommission ist in sehr kurzer Zeit fündig geworden und hat letzte Woche ihren Bericht vorgelegt, der sämtliche Ressour- cen an kriegstüchtigem Menschenmaterial erschließt und dies mit der Schreckensvision begründet, durch den "Pillenknick" könne "die Bundeswehr im nächsten Jahrzehnt fast auf die Hälfte ihres heutigen Bestands zusammenschrumpfen." Neben der sich fast schon von selbst verstehenden Forderung nach Verlängerung der Wehr- pflicht auf 18 Monate, greifen die Wehrkraftersetzer vorurteils- los in die Ausländerdebatte ein, wollen "20.000 junge Ausländer" rekrutieren, schmeicheln den Frauen durch das Versprechen, "bis zu 30.000" in einen feldgrauen Rock zu stecken und erklären die Jugend der Nation für im Grunde genommen kerngesund: "1983 solle über die strengeren Maßstäbe für 'Einberufungshindernisse' und über die neuen Tauglichkeitskriterien befunden werden." Daß ab sofort die früher als "bedingt tauglich" Eingestuften als erstes Kanonenfutter dran sind, ist ohnehin klar, weil sonst eine "Senkung der nuklearen Schwelle erforderlich" wäre. Was früher einmal als "totaler Krieg" geführt wurde und als "Volkssturm" un- ter die besonders verwerflichen Maßnahmen der Nazi-Kriegsführung eingeordnet wird, der Einsatz von Hiwis, Frauen und Lahmen heißt heute schlicht und sachlich: "Kann der Abschreckungs- und Vertei- digungsauftrag der Bundeswehr weiter erfüllt werden?" (Zitate aus der "FAZ" vom 1. Mai) zurück