Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR ALLGEMEIN - Vom deutschen Militarismus
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Frauen für die Bundeswehr
DIE MÄDELS AN DIE FRONT
Mit der Bewaffnung von Frauen, Kindern und Greisen wollten der-
einst die Nazis den "Endsieg" sicherstellen. Die Demokratie si-
chert schon in Friedenszeiten umsichtig ihren Personalbedarf "bis
zum Ende des Jahrhunderts". Verteidigungsminister Wörner, der es
anscheinend nötig hat, seine Kavaliersqualitäten gegenüber dem
anderen Geschlecht öffentlich herauszustreichen, meint zwar: "An
sich sind mir Frauen auf dem Tanzparkett lieber als in der Ar-
mee." - beauftragte aber gleichzeitig die Experten seines Mini-
steriums "im Hinblick auf den freiwilligen Wehrdienst von Frauen
Überlegungen bezüglich der rechtlichen Situation anzustellen".
Gleichzeitig suchte die Personalabteilung des Ministeriums "nach
dienstlichen Positionen für Soldatinnen: im Stabs- und Fernmelde-
dienst, bei den Musikkorps, den Pionier-, Transport- und Instand-
setzungseinheiten". (Der Spiegel) Zwar dürfen Frauen nicht zum
"Dienst an der Waffe" verwendet werden, was einer echten Karriere
bei der Wehrmacht Grenzen setzt, denn da zeigt man seine Qualitä-
ten vornehmlich durch die Bereitschaft, die Fähigkeit und das Be-
fehlen zum Töten und Zerstören, dennoch will der Minister sich
nicht nachsagen lassen, die Bundeswehr gewähre keine Gleichbe-
rechtigung: "Wenn wir Verwendung für weibliche Soldaten in der
Bundeswehr tatsächlich öffnen, versprach Wörner "Bild am Sonn-
tag", "dann müssen Frauen selbstverständlich auch General werden
können." Das veranlaßt wohl die Bildzeitung zu der aufmunternden
Schlagzeile: "Gib Feuer, Schätzchen!"
Während die Befehlshaber der Bundeswehrmacht die Sache ungemein
sachlich und frei von "Vorurteilen" angehen - wir brauchen mehr
Soldaten; wo können wir die Weiber genausogut einsetzen wie die
Männer, die dann freigesetzt werden für die Front? - kümmert sich
die öffentliche Debatte überhaupt nicht um den wirklichen Grund
einer militärischen Maßnahme. Nicht, daß da der Gewaltapparat des
Staates weiter auf- und ausgebaut wird - für was wohl! - regt
bundesdeutsche Demokraten auf. Vielmehr verharmlosen sie die har-
ten Vorhaben des Verteidigungsministeriums, indem sie sich frau-
enfreundlich geben und lauter sehr menschenfeindliche Argumente
entdecken, denen zufolge das Töten und Umgebrachtwerden bei Män-
nern in Ordnung geht, bei Frauen hingegen unsittlich sein soll.
Da ist die Realität schon längst weiter: Wenn Frauen, wie z.B.
die britische Mrs. Thatcher, die Soldaten mit angeblich typisch
männlicher Kaltschnäuzigkeit ins Feuer schicken, warum sollte es
eine solide Ausbildung nicht auch schaffen, die Frauen tauglich
fürs Feuern zu machen. In den USA robben Damen seit langem frei-
willig bei den "Ledernacken" mit, und in der BRD hat der Füh-
rungsstab des Heeres in einem "Positionspapier" längst festge-
legt, was man bestenfalls beachten muß:
"Die geringere Körpergröße und die kürzeren Extremitäten der Frau
bedingen eine Auslegung des Wehrmaterials an die unterste Grenze
dieser Benutzer."
Falls die Arme und Beine der Frauen tatsächlich kürzer sein soll-
ten, dann gibt's in Zukunft das Sturmgewehr Sieglinde halt neben
dem Karabiner Marke Siegfried im Magazin der Truppe. Und daß im
"Ernstfall" die Frauen von der Front abgezogen werden, weil die
Genfer Konvention für sie keinen "Kombattantenstatus" vorsieht,
das glaubt nicht einmal der ehemalige NATO-Vize General a.D.
Schmückle: "Die (Front) ist natürlich überall."
"Generalsterne und Führungsakademie werden de facto Illusion,
ohne daß männergesellschaftliche Barrieren strapaziert werden
müssen. Es bleiben dann die weiblichen Hilfstruppen."
So Frau Buchberger, die als Ministerialdirigentin immerhin eine
Bresche in die Männergesellschaft auf der Hardthöhe geschlagen
hat. Und eine Karin Hempel-Soos, vom "Spiegel" als "streitbare
Sozialdemokratin" vorgestellt, greint:
"Karbolmäuschen und Stöpselmädchen - die bessere Hälfte wird sich
zu wehren wissen."
Wir wünschen viel Erfolg - als Fallschirmemma und Froschfrau...
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