Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR ALLGEMEIN - Vom deutschen Militarismus


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       Marxistische Schulzeitung Bremen, 05.11.1981
       

BERKHAN EMPFAHL PAROLE: WEDER ROT NOCH TOT

(Weser Kurier, 22.10.1981) Warum das nun wieder? Sind nicht schon genug Schüttelreime mit "rot" und "tot" im Umlauf? Da gab es zum Beispiel einmal die Parole Lieber rot als tot ------------------ Auf diesen Einfall sind Leute gekommen, denen das in Aussicht ge- stellte Verrecken ein zu hoher Preis ist für die Freiheit, von einem Bundesgesetzblatt auf deutsch statt auf russisch bedient zu werden. Schade nur, daß die meisten von ihnen es dabei belassen haben, sich in dieser Alternative für eine Seite zu entscheiden, statt den Politikern den Marsch zu blasen, die ihnen diese Alter- native aufgezwungen haben. Umgekehrt hat die Politik den Anhän- gern dieser Parole den Marsch geblasen: s o war die Sache ja gar nicht gemeint, sich angesichts der "roten Gefahr" dann doch lieber fürs Kneifen zu entscheiden. Das ist Wehrkraftzersetzung, so daß die politische Führung der deutschen Wehrmacht die Parole ausgegeben hat: Lieber tot als rot ------------------ Wer anderes behauptet, ist Vaterlandsverräter. Rot ist schließ- lich die Unfreiheit. Also muß einem schon die Freiheit auch das letzte Opfer wert sein. Daß alle für die Freiheit sind, ist in Bonn beschlossen worden. Was treibt also den Wehrbeauftragten BERKHAN, dem wir den Einfall zu verdanken haben: Weder rot noch tot ------------------ Dem Mann müssen beim Tagesbefehl seines Verteidigungsministeriums "Lieber tot als rot!" Bedenken gekommen sein. "Lieber tot als rot" tut ja gerade so, als wollte man die Russen gewinnen lassen! So war das Ganze nicht gemeint! S i e g heißt doch das Kriegs- ziel, für das die Roten tot gehen sollen, während man die eigenen unausweichlichen Leichen ja nicht gleich als Wunschziel vorstel- len muß. Berkhan ist übrigens nicht nur für die Kampfmoral der Truppe zu- ständig. Auch die anderen vor den Kasernentoren müssen ständig angemessen aufgehetzt werden: "Eine Republik wird nur so stark sein, wie die Republikaner bereit sind, sich für sie zu engagie- ren." zurück