Quelle: Archiv MG - BRD BUNDESWEHR ALLGEMEIN - Vom deutschen Militarismus
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MANFRED WÖRNER VON DER BUNDESWEHR WILL
JUNGE MÄNNER FÜR DIE TRUPPE
Wörner bietet 1500 Berufsoffizieren vorzeitige Pensionierung an.
Abfindung und monatlich 70 Prozent der letzten Bezüge sind vorge-
sehen.
"Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur vorzeitigen Pen-
sionierung von 1500 Berufsoffizieren beschlossen. Die einmalige
Sonderaktion soll nach den Worten von Verteidigungsminister Man-
fred Wörner die Gefährdung der Einsatzbereitschaft beseitigen,
die von der drohenden Überalterung des Offizierskorps ausgehe.
Wegen der besonderen Gegebenheiten bei den Streitkräften könne
sich niemand im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft auf das
Modell berufen, das keine Vorruhestandsregelung, soziale Wohltat
oder Bevorzugung einer bestimmten Gruppe darstelle." (Süddeutsche
Zeitung, 12.12.)
Jetzt fehlt dem Bonner Verteidigungsministerium junges Blut, wäh-
rend die "alten" Hauptleute und Majore die Motivation des Nach-
wuchses zersetzen. Wo schon wieder für den Ernstfall nicht bloß
geübt wird, sondern sich das Heer vor seinen aktuellen Anforde-
rungen bewähren muß, schreckt die Vorstellung von den alten Knac-
kern, die womöglich nicht mehr auf den Panzer kommen.
"Wegen der Besonderheiten in der Bundeswehr, wie Außendienst bei
Wind und Wetter, Wochenenddienste, Ausbildung junger Untergebener
sowie dem Kampfauftrag im Krieg" (Wörner),
sollten die über 40jährigen ausmustern. Zugleich ist dies die
Begründung des Ministers, warum kein Arbeiter der Produktions-
schlacht auf einen ähnlich flotten Vorlebensabend Anspruch anmel-
den dürfe: Mit K a m p f a u f t r a g i m K r i e g muß man
schon versehen gewesen sein, damit man vom Staat derart nobel und
rücksichtsvoll aufs Altenteil fortgelockt wird. Immerhin DM
3700.- im Monat für einen Oberstleutnant, zusätzlich zwischen 12
und 40 Mille Abfindung und die Möglichkeit, ohne jeden Abzug
einen neuen Job zu ergreifen. "Ein Husarenstück", meint deshalb
der Steuerzahlerbund. In Wahrheit ist es ein Staatsstück exklusiv
für Husaren. Und für dessen Erfolg spricht eine öffentliche Mei-
nung, die noch die personelle Bestückung einer Kriegsmannschaft
unter dem Gesichtspunkt der G e f e c h t s b e r e i t-
s c h a f t als Frage von sozialer, Steuer- und Wehr g e-
r e c h t i g k e i t diskutiert.
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