Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK OSTPOLITIK - Deutschland über alles


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"ELBE UND FISCHE LASSEN SICH NICHT VERQUICKEN",

auf diese Formel brachte laut Süddeutscher Zeitung vom 10. April Regierungssprecher Boenisch die eindeutige Absage der Bundesre- gierung an das jüngste Angebot der DDR-Führung zur "Normalisierung der deutsch-deutschen Beziehungen" - mitten im hoffnungsvollsten "innerdeutschen Tauwetter". Anlaß zu dieser Klarstellung in Sachen politischer Geographie nach bundesdeut- scher Lesart gab eine Avance Erich Honeckers, wonach die DDR be- reit war, Fischern aus der BRD vor der mecklenburgischen Küste Fangrechte einzuräumen, wenn Bonn dem Verlauf der Elbe-Grenze in der Flußmitte zustimmt. Wie üblich, so liegt auch in dieser Sache die Weisheit des "Spiegel" ziemlich daneben, der sich über den Standpunkt der BRD- Regierung dahingehend mokiert, daß "manche so tun, als ginge es um den Jordan und das Heilige Land". Die Prinzipienfestigkeit der westdeutschen Machthaber ist nämlich alles andere als lächerlich, sondern bringt nichts weniger als die harte Wahrheit über den ge- genwärtigen Stand der sog. "i n n e r deutschen Beziehungen" zum Ausdruck. Daß es weltweit üblich ist, die Grenzziehung zwischen souveränen Staaten in der Mitte von Flüssen vorzunehmen, das will die Regierung-West für die DDR keinesfalls gelten lassen. Die Re- gierung-Ost b e u g t sich diesem Ansinnen und will sich zwi- schenstaatliche N o r m a l i t ä t mit einem Extra-Zugeständ- nis an die BRD erkaufen, das dieser (angesichts diverser inner- westlicher "Kabeljaukriege") durchaus einen gewissen materiellen Vorteil verspricht. Und die aus eigenem Anspruch heraus gesamt- deutsche Regierung-West reagiert auf dieses Vorzugsangebot mit einem klaren 'Njet' und beruft sich dabei auf ihre tiefsten, näm- lich verfassungsmäßigen S t a a t s p r i n z i p i e n. Von wegen also, es ginge im Verkehr von BRD und DDR um "Leistung und Gegenleistung"! Der verläuft vielmehr nach dem Muster, daß jedes östliche Entgegenkommen gegenüber den erpresserischen westlichen Ansprüchen die BRD-Gewaltigen nur wieder ein Stück unverschämter macht. Worauf diese Unverschämtheit hinausläuft, hat übrigens der Vor- ausdenker der westdeutschen O p p o s i t i o n, der SPD-Ostex- perte Egon Bahr, der Millionenleserschaft des "Spiegel" auch noch mitgeteilt: "In der Elbmitte wird sie auch wieder sein, wenn wir ein wiedervereinigtes Deutschland haben." Er meinte augenschein- lich die N a c h k r i e g s grenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg... zurück