Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK OSTPOLITIK - Deutschland über alles
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Die Oder-Neiße-Linie:
KEINE GRENZE FÜR DIE NEUE DEUTSCHE MACHT!
Was wäre wohl in Deutschland los, wenn in einem Nachbarstaat, sa-
gen wir Polen, eine heiße innenpolitische Diskussion über die
deutschen Grenzen losginge? Man stelle sich einmal vor: Dieser
Staat hält zusammen mit den Siegermächten des vorigen Weltkriegs
eine Konferenz ab, um über Deutschlands Grenzen zu entscheiden;
die deutsche Regierung meldet den Wunsch an, mit entscheiden zu
dürfen - und wird kalt abgeschmettert; allenfalls erhält sie die
Zusage einer Siegermacht, man würde sich schon um ihre Interessen
kümmern. Was für ein Geschrei würden Kohl und Vogel, Genscher und
Schönhuber dann wohl anstimmen?!
Aber es ist ja andersherum. Die Bundesrepublik vergrößert gerade
ihr deutsches Reich um die DDR. Sie wirft die Frage auf, ob die
Ostgrenze der DDR auch die Ostgrenze des neuen Deutschland blei-
ben kann und darf. Ihre Regierung verhandelt darüber mit den zwei
Weltmächten und den beiden anderen Weltkriegs-Siegermächten - und
mit sonst keinem.
Denn von anderen Staaten als den Weltmächten und den alten Welt-
kriegs-Alliierten ist das erneuerte Deutschland sowieso nicht zu
bremsen.
Deutschland vor!
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Alle menschenfreundlichen Einkleidungen und Lügen mal beiseite-
gelassen: Die Bundesrepublik, dieser "politische Zwerg" - wie sie
immer geheißen hat -, steht mitten in einer E r o b e r u n g.
Sie erobert sich eine ganze Ost-Hälfte dazu. Gewiß, sie tut das
ohne Krieg, weil die gegnerische Macht sich friedlich aus ihrem
Weltkriegs-Gewinn zurückzieht. Deswegen bleibt die Angliederung
der DDR aber immer noch eine Eroberung: Ein Staat vergrößert sich
auf Kosten eines anderen und steht viel mächtiger und einfluß-
reicher da als vorher. Die BRD allein hat schon die Macht, alle
Widerstände gegen ihre "Wiedervereinigung" mit der DDR aus dem
Weg zu räumen. Ein neues Machtgebilde im Zentrum Europas steht
da. Wozu hat dieses neue Deutschland Macht genug? Das ist noch
gar nicht genau absehbar. Das wird sich jedenfalls erst heraus-
stellen, wenn die erneuerte Nation ihre Macht erprobt. Dann muß
sich nämlich zeigen, wo sie an Grenzen stößt, wer ihr diese Gren-
zen setzt - und ob sie die Macht hat, alle anderen Mächte, die
sie bremsen und einschränken wollen, zurückzuweisen.
Dieses Erproben der neuen, erfolgreich vergrößerten Macht beginnt
mit der Frage: Wem gehört der Osten Europas - nachdem die So-
wjetunion sich dort zurückzieht? Wer darf, wer kann als erster
hin? Wessen Ansprüche und Rechte reichen am weitesten? Im Rahmen
dieser weitreichenden Eroberungsfrage hat die Unterfrage der
deutsch-polnischen Grenze ihren Stellenwert. Denn an ihr zeigt
die deutsche Seite, wie weit ihre Ansprüche auf ungehindertes
Ausgreifen nach Osten gehen. Selbst ein Kompromiß in der Grenz-
frage nimmt davon nichts weg. Denn wie der auch immer ausfällt:
Klargestellt ist damit auf alle Fälle, daß das d e u t s c h e
R e c h t weiter reicht als bis zur Oder und Neiße.
Und was Rechtsansprüche wert sein können, wenn die nötige
d e u t s c h e M a c h t hinzukommt, um sie in die Tat umzu-
setzen: das führt die Bundesregierung mit der Auslöschung und An-
gliederung der DDR ja gerade der staunenden Staatenwelt vor.
...bis an die Memel?
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Das ist gar nicht der Witz - obwohl die Verselbständigung Litau-
ens von der Sowjetunion auch hier einige neue Chancen bietet. Der
deutsche Eroberungserfolg mischt das Kräfteverhältnis in g a n z
Europa neu auf. Deutsche Politik ist damit nicht am Ziel, sondern
an einem neuen Anfang. Erfolgreiche Eroberungen beschwichtigen
Deutschland nicht, sondern bringen die Nation in Fahrt. Wo die
Weltmächte Grenzen ziehen, muß sich erst noch zeigen.
Und so, wie die deutsche Nation in Fahrt ist, kann das noch hei-
ter werden!
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