Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK OSTPOLITIK - Deutschland über alles
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Die deutsche Antwort
6x 8. Mai-Jubiläum
ALLE FEIERN FÜHREN NACH MOSKAU
Z.B. Präsident Reagans Absage eines KZ-Besuchs in Dachau
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und Kohls Vorschlag eines gemeinsamen Händedrucks auf einem Welt-
kriegs-Schlachtfeld. Was hätte Reagan denn in Dachau angemahnt?
Wer gilt denn diesseits der Mauer als der wahre Erbe des faschi-
stischen Terrors und Völkermords?
"Dachauer wollen Reagan nicht. KZ-besuch schadet uns" (Bild Mün-
chen)
Und warum will er das jetzt gerade nicht in Dachau sagen? Warum
nimmt der Präsident der Hauptsiegernation auf die nationale Emp-
findlichkeit eines Nachfolgers des geschlagenen deutschen Reiches
soviel Rücksicht, daß er jeden antideutschen Schein der Sieges-
feier über Hitler-Deutschland vermeiden will? Welche deutsch-ame-
rikanische Freundschaft wollen sie denn statt dessen feiern - und
gegen wen? Was wird Reagan beim obligatorischen Blick über die
Mauer wohl wieder sehen? Diktatur, Unfreiheit, Aggression, Rü-
stung, Gewalt. Also einen für den Westen untragbaren Ostblock!
Z.B. Margret Thatchers Zögern,
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den britischen Sieg gebührend zu feiern, weil das "bestenfalls
nostalgisch und schlimmstenfalls anti-deutsch" ausfiele und "der
Sowjetunion Gelegenheit zu historischer Verdrehung böte" (so die
Staatssekretärin im Außenministerium, Young). Warum denn wohl
gelten die Einwände der Bonner Deutschen als rücksichtsvoll zu
behandelndes Nationalgefühl, und nur sie? Für wen wohl sind die
östlichen Siegesfeiern eines großen vaterländischen Kriegs und
des eigenen Blocks pure Geschichtslüge? Vor welchen weltpoliti-
schen Maßstäben erscheint denn wohl der verflossene Krieg als
Nostalgie? Warum hat dir eiserne Lady ihren Militärs und Vetera-
nen denn wohl doch erlaubt, ihre Tradition, ihre Stärke und ihren
Auftrag zu feiern? Doch nicht aus Nostalgie!
Z.B. Alfred Dreggers ununterbrochene Mahnungen,
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daß gute Deutsche am 8. Mai nichts zu Feiern haben:
"Wir werden den 8. Mai 1985 so begehen, wie es unserer nationalen
Würde und unserer demokratischen Gesinnung entspricht. Der 8. Mai
hat für uns zwei Gesichter: die Niederlage Hitlers und seines
verbrecherischen Regimes. Dies kann man feiern. Auf der anderen
Seite steht dieses Datum auch für die Vertreibung von 14 Millio-
nen Ostdeutschen, von denen zwei Millionen umgekommen sind, für
die Errichtung brutaler kommunistischer Diktaturen und für die
Teilung Berlins und Deutschlands. Dies kann man nicht feiern."
(Süddeutsche Zeitung, 23.1.)
Was ist denn nach Auffassung dieses Mannes, der keine Bevölke-
rungsgruppe kennt, - die so friedensbewußt ist, wie die Heimat-
vertriebenen", das bleibende Verbrechen Hitlers, für das wir
heute noch zu büßen haben, und das unbedingt wiedergutzumachende
Unrecht des Faschismus? Der unerträgliche Mit-Sieg der So-
wjetunion und die Sicherung ihres Einflußbereichs! - Was will er
also am liebsten immer und ausschließlich feiern? Die bundesdeut-
sche Lesart eines wiedervereinigten Europas vom Hupka bis zum
Ural.
Z.B. Raus völkerverständigende Alternativfeier,
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die er demonstrativ Honecker bei einem Besuch vorgeschlagen hat,
"ein Treffen der Oberbürgermeister der vom Krieg besonders schwer
betroffenen Städte wie Leningrad, Coventry, Köln und Dresden".
Warum verlangt er wohl von Vertretern des Ostens eine Versöh-
nungsgeste mit westlichen Politikern, die immer noch nach einer
'Friedensordnung' suchen wollen und die östlichen Herrschaften
ständig in Frage stellen? Warum bietet er der Sowjetunion ver-
söhnlich an, sie solle gemeinsam mit den ehemaligen Siegern und
Verlierern, die ihr heute mehr denn je geschlossen die Anerken-
nung und das Recht zum Siegfeiern verbieten, auch die im Krieg
getöteten Deutschen als Opfer einer tragischen Katastrophe würdi-
gen?
Z.B. Wörners Patentlösung,
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wie die Bundeswehr sich und ihren Auftrag ohne jede Erinnerung an
deutsche Niederlage und Hitler-Schmach feiern kann:
"Wörner erwägt Waffenschau zum Bundeswehr-Jubiläum
sza. Bonn (eigener Bericht)
Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) erwägt, zum 30-
jährigen Bestehen der Bundeswehr eine große Waffenschau zu veran-
stalten. Nach den bisherigen Überlegungen des Ministeriums soll
sie im Herbst im Anschluß an ein Großmanöver des Heeres auf einem
Truppenübungsplatz stattfinden. Die Divisionen wurden angewiesen,
ihrerseits Möglichkeiten für Veranstaltungen in kleinerem Rahmen
zu prüfen. Im Ministerium denkt man an Präsentationen bei Tagen
der offenen Tür und an Auftritte des Musik-Corps sowie der Big
Band der Bundeswehr. Als "Gründungstag" gilt der 12. November
1955, an dem die ersten Freiwilligen ihre Ernennungsurkunden er-
hielten. Geprüft wird noch, in welcher Form zwei weitere Jubiläen
begangen werden sollen, nämlich die Umwandlung der "Dienststelle
Blank" in das Bundesministerium der Verteidigung am 7. Juni 1955
und der NATO-Beitritt der Bundesrepublik am 5. Mai 1955."
Z.B. Kohls Vorschlag eines Gedenkgottesdienstes,
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und seine begeisterte öffentliche Aufnahme. Wer sich im Namen des
Allerhöchsten gegen den Vorwurf des 'Revanchismus' verwahrt -
"Gegen ein Land, dessen Repräsentanten sich an einem solchen Tag
vor Gott beugen, kann schlecht der Vorwurf einer unbelehrbaren,
gar revanchistischen Nation erhoben werden. Auch im atheistischen
Osten nicht." (Kölner Rundschau) -,
hat in der Parole "Gott mit uns" den absoluten Rechtstitel für
seine Ansprüche gegen den Osten gefunden.
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