Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK OSTPOLITIK - Deutschland über alles
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HITLER UND KOHL - NOCH EIN UNTERSCHIED
"Die Donau sei die Wasserstraße, die in das Herz des Kontinents
hineinführe und deshalb in einem von uns geeinten Europa als
deutscher Strom behandelt und beherrscht werden müsse...
Bei der Behandlung der Donau-Probleme müsse unsere Generation da-
her Sorge tragen, daß nicht alle auftretenden Rechtsfragen in den
Friedensverträgen gelöst würden. Ein verantwortlicher Staatsfüh-
rer müsse seinem Nachfolger eine ganze Schublade von Rechtsan-
sprüchen mehr oder minder klarer Art hinterlassen, damit dieser
sie gegebenenfalls als 'heilige' Ansprüche zur Fundierung der
später einmal notwendigen Auseinandersetzungen heranziehen könne.
Auf den Einwurf Himmlers, daß auch der Alte Fritz seine Schlesi-
schen Kriege mit nicht ganz klaren Erbansprüchen begonnen und daß
Ludwig XIV. bei seiner Politik noch und noch mit 'überkommenen'
Rechtstiteln gearbeitet habe, betonte Hitler, daß es für die
Weisheit eines Staatsoberhauptes zeuge, wenn es derartige Titel
seinem Nachfolger auf all den Gebieten hinterlasse, auf denen
nach menschlichem Ermessen überhaupt jemals irgendwelche nationa-
len Probleme akut werden könnten...
Welche Mühe es koste, den Westen, den Norden, die Mitte und den
Osten Europas zu einer großen Einheit zusammenzuschweißen, das
gerate so schnell in Vergessenheit, daß man auch den Wert solcher
Hilfsmittel - wie er sie geschildert habe - erst dann wieder zu
schätzen wisse, wenn man brennend auf sie angewiesen sei."
(Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier 1941-1942, veröf-
fentlicht von Gerhard Ritter, Bonn 1951, S. 102/3)
Ein demokratischer deutscher Kanzler weiß, was er an seinem Erbe
hat. Er läßt seine heiligen Titel nicht verkommen. Er bestreitet
sein europäisches Einigungswerk nicht mit Wasserstraßen und "mehr
oder minder klaren" Rechtsansprüchen. Er hat Rechtsansprüche auf
das gesamte Staatsvolk eines anderen Staates:
"Ich denke nicht daran, die Staatsbürgerschaft der DDR anzuerken-
nen. Wir grenzen unsere Landsleute nicht aus. Das sind Deutsche
mitten in Deutschland."
Er hat Rechte auf noch viel mehr:
"Moskau ist das Zentrum einer kommunistischen Diktatur. Dieses
totalitäre System hält immerhin 17 Millionen unserer Landsleute
in seiner Gewahrsamsmacht."
Er hat eine unabhängige Justiz, die mit einer zentralen Erfas-
sungsstelle für Menschenrechtsverletzungen in der DDR jetzt schon
das Material für spätere Nürnberger Prozesse sammelt. Die Voll-
streckung seiner Rechtsansprüche s i c h e r t den Frieden,
weshalb sich die BRD den Wiedervereinigungsanspruch ins Grundge-
setz geschrieben und erst gar keinen Friedensvertrag geschlossen
hat:
"Das Wiedervereinigungsgebot in der Präambel des Grundgesetzes
steht nicht zur Disposition. Es steht zwar heute nicht auf der
Tagesordnung; die Intelligenten und Geschichtskundigen wissen
aber, daß es keinen wirklichen Frieden in Mitteleuropa gibt, wenn
nicht eine Lösung der deutschen Frage möglich ist." (Kohl am 9.
und 16. November)
Vorgebliche "Pannen" wie der Goebbels-Gorbatschow-Vergleich be-
flügeln den Kanzler, die Verbrechen des Ostblocks immer genauer
"auf den Punkt" zu bringen.
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