Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK BERLIN - Sumpfblüte des Imperialismus
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FÜR EINE RADIKALE LÖSUNG DER "BERLINKRISE"
Westberlin, sowieso ein kaputter Sauhaufen. Der Ausländerbazil-
lus-Türk-Paki hat sich gefährlich festgesetzt. Alternative Fau-
lenzer mit Utopien über Feld, Wald und Tier im Kopf schmarotzen
vom "Notopfer" Berlin. Ausgestiegene Studenten spielen Tunix. De-
molierte Wohnungen werden besetzt und anschließend die Besetzer
von der Polizei demoliert. Eppler erschleicht sich ein Semester
lang mit einer Vorlesung über das Wort "Sachzwang" Steuergelder.
Welch ein Zustand!
Jetzt hat Berlin der endgültige Kollaps erwischt. Die Stadt ist
in ihrer gesamten Hälfte in eine "innere Krise" geraten, gegen
die die vergangenen "Berlinkrisen" mit Luftbrücke usw. eine Klei-
nigkeit waren. Psychisch und physisch total krank. Millionen
Steuergelder sind einfach in der Wüste verschwunden, während
Hausbesitzer ihre Wohnungen kaputthauen, um Staatssubventionen
voll ausnutzen zu können. "Verkrustet bis zur ständigen Infarkt-
gefahr" liegt Berlin darnieder: "Die gestörte Psychologie dieser
Stadt", "die labile Seele West-Berlin" ist zu einer "seelischen
Krankheit" fortgeschritten, "die Ursachen hat in einer seit Ende
des Krieges anhaltenden Identitätskrise".
Und das Schlimmste: Der so kaum mehr regierbaren Stadt steht eine
"regierungsunfähige" Regierung vor. Der "Hybris-Virus" einer
"verrotteten Politik" hat aus der ehemaligen Weltstadt einen
"Augiasstall..., einen Saustall vor Filz und Speziwirtschaft" ge-
macht, so daß sie "politisch unter Provinzniveau gesunken ist."
"Berlin ohne Regierung".
Eine Gemeinheit für die Berliner
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Kann man den anständigen Berlinern eine solche Krankheit noch
länger zumuten? Haben die "lieben Berliner" das verdient, daß
ihre Liebe zu Berlin so erwidert wird? Welch opferbereite Treue
haben sie zum Symbol der Freiheit bewiesen: Als die Stadt geteilt
wurde, haben sie sich ganz frei entschieden, den westlichen Teil
der Stadt zu wählen, und den von oben verordneten Antikommunismus
gegen den anderen Teil der Stadt sofort begriffen. An ihrer be-
schränkten Umwelt sind sie gewachsen, ihre Lage hat sie zu Front-
städtern gemacht. Den durch den Mauerbau versperrten Blick in den
unfreien Osten überwanden sie geschickt durch Gerüste und Aus-
sichtstürme. Alle Berliner lebende Symbole der Freiheit. Jeder
von ihnen hat brav jeden neuen Politiker als einen der ihren be-
grüßt, ob er nun kurz blieb und kurz "Ich bin ein Berliner" sagte
oder länger und dann öfter "Berlin muß Berlin bleiben!" Dafür ha-
ben sie gern miese Wohnungen oder fast gar keine, Mangel an Ju-
gend, Arbeit und WintersportmÖglichkeiten sowie den zahlreichen
Wildwuchs an Omas und Opas und Hunden in Kauf genommen - für die
freie Stadt Berlin.
Und jetzt dieses Fiasko. Das kann man den treuen Berlinern doch
nicht antun, sondern sollte zu
Lösungen
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schreiten, die das ganze politische Krebsgeschwür aus der Welt
schaffen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an, wenn man die
Kritik an dieser Stadt und ihrer politischen Struktur ernstnimmt:
1. Da Chaos und Filzokratie, Regierungsunfähigkeit und unsaubere
Machenschaften der westberliner politischen Führung von der SPD
bis zur CDU in Westberlin feststehen, sollten alle Berliner über
die Mauer rübermachen. Drüben herrscht politische Stabilität; der
erste Genosse Parteisekretär ist über jeden Verdacht erhaben,
nicht die Macht im Staate und nur die im Sinn zu haben; Parteien-
hickhack von vornherein unmöglich und persönliche Bereicherung
mittels der Macht ausgeschlossen - die (freie) Wirtschaft gehört
dort eh dem Staate. Wahlen sind drüben auch bequemer, sie entbin-
den von der Mühe, entscheiden zu müssen, ob das Gesicht von Weiz-
säcker weniger verfilzt aussieht als das des Vogels aus Bayern.
Berlin wäre nach diesem Umzug nach drüben wirklich frei und
könnte - unter dem Schutz der Alliierten von einigen alternativen
Ökos und ein paar Omas gepflegt - im wahrsten Sinne des Wortes
als Symbol der Freiheit zur Besichtigung angeboten werden. Die
Mauer ließe sich entsprechend ausschmücken.
2. Man stoppt und spart alle Subventionen für Westberlin, zieht
die alliierten Truppen ab und läßt die Stadt so weit verfallen,
bis die Grundstückpreise horrende Höhen erreichen. Dann alle
Westberliner hopp in die Lüneburger Heide (die Pläne gibt es seit
den 50er Jahren) und den ganzen Rotz samt Türken und Pakis an die
DDR verscheuert! Damit wäre die Forderung Adenauers "Die Mauer
muß fallen!" in Erfüllung gegangen. Der Handel brächte der BRD
eine Menge Devisen für neue Arbeitsplätze. Die ehemaligen Front-
städter wären endlich die Last der Sonderrechte los und dürften
legal am Wehrdienst teilnehmen, brauchten also auf ihren ange-
stammten Beitrag zur Verteidigung der Freiheit nicht zu verzich-
ten.
Beide Vorschläge hätten bei der Realisierung den Vorteil, daß im
Falle einer schärferen Auseinandersetzung zwischen Ost und West
dem Feind kein Menschenmaterial im wehrfähigen Alter in die Hände
fiele, vor allem keine Sachwerte.
Politikern mit persönlichen Absichten wäre das Handwerk gelegt.
Saubere Politiker wie z.B. Stobbe, der arme Kerl, würden nicht
mehr über ihre ehrlichen Absichten mit der Macht stolpern, ihnen
bliebe Leid erspart. Vogel brauchte nicht mehr schweren Herzens
Bonn und München hinter sich zu lassen. Allen Politikern wäre zu
etwas mehr Ehrlichkeit verholfen; Lügen folgender Art wäre ein
Ende gesetzt:
"Die Partei hat mich gerufen.... Die Bedeutung Berlins für unsere
Republik und für den Frieden in Europa sowie die Wohlfahrt der
Menschen, die in dieser Stadt leben machen mein Engagement in
dieser Stadt notwendig." (Vogel)
"Der Ruf der Stadt leidet bereits." (Kohl)
Es ist zu vermuten, daß diese konstruktiven Vorschläge nur Papier
bleiben. Wahrscheinlicher ist nämlich,
- daß Berlin weiterhin Symbol der Freiheit zum Wohle und zur Ver-
teidigung der freien Westberliner bleibt, bis es nicht mehr auf
Symbole ankommt, sondern Berlin geostrategisch ungünstig liegt;
- daß also Parteien und Politiker solange weiter im subventio-
nierten Westberlin ihre bekannte Politik machen und mit deren be-
kannten Ergebnissen ihre Parteienkonkurrenz bestreiten. Halten
sich die Skandale unter einer gewissen Schamgrenze, ist der er-
folgreiche Aufstieg nach Bonn möglich.
Die Berliner haben weiterhin die Pflicht, schön brav Frontstädter
zu sein, und die Freiheit, für Berlins saubere Regierung einzu-
treten.
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