Quelle: Archiv MG - BRD AUSSENPOLITIK ANSCHLUSS - Die Eroberung der DDR
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VON DER "VERDECKTEN ARBEITSLOSIGKEIT" ZUM OFFENEN ARBEITSDIENST
"Es ist in der Tat hierzulande schwer jemanden zu erklären, warum
auf der einen Seite sich die Probleme zu Bergen türmen, warum
ganze Landstriche in Umweltagonie dahinsiechen, und auf der ande-
ren Seite Millionen Menschen die Hände in den Schoß legen müssen,
anstatt diese Probleme anzupacken..."
Und wie ist das zu erklären? Nicht dadurch, daß im Kapitalismus
"Millionen Menschen" daran gehindert werden, sich um ihren Le-
bensunterhalt zu kümmern, weil nur dann gearbeitet werden darf,
weil man nur dann von Arbeit leben kann, wenn damit ein Geschäft
zu machen geht. Es verhält sich vielmehr so, daß die Probleme
nicht angepackt werden, weil die Bundesanstalt Arbeitslosen glatt
für Nichtstun Geld gibt.
"Wo ist eigentlich Heinrich Franke? Die Bundesanstalt für Arbeit
verteilt das Geld an das ständig wachsende Arbeitslosenheer, so
wie dies hier schon jahrzehntelang der Brauch ist... Warum soll
eine Gemeinde nicht von jedem Arbeitslosen, den sie rekrutiert,
für eine bestimmte Frist jenen Betrag bezahlt bekommen, der an-
dernfalls fürs Nichtstun ausgegeben wird?" (Helmut Maier-Mann-
hart, SZ, 2.3.)
Dieser Erklärer schwieriger Fragen wird schon meinen, daß die Ge-
meinde dann auch dem Arbeitslosen ein bißchen Geld gibt, damit er
davon leben kann. Fürs Verhungern-Lassen wegen Nichtstun plädiert
er jedenfalls nicht direkt. Das hält er aber offensichtlich für
das Belangloseste an der ganzen Frage. Dem guten Mann will bei
der Besichtigung der Opfer des Kapitalismus einfach nicht ein-
leuchten, daß diese Kreaturen zu überhaupt nichts gut sein sol-
len. Von daher landet er schnurstracks bei dem Einfall, daß sie
für ein paar Almosen die Ex-DDR so herrichten, daß es dereinst
auch das Kapital rüberzieht.
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