Quelle: Archiv MG - BRD ALLGEMEIN - Auf dem Weg zur Weltmacht


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       Einstimmung zum Jahresanfang
       

DIE POLITIK VERORDNET GUTE LAUNE

Wenn der Bundeskanzler zum Jahreswechsel Rückschau hält, dann glänzen ihm förmlich die Augen: "Dankbar blicken wir heute auf ein Jahr zurück, in dem wir die wirtschaftliche und moralische Kraft unseres Volkes weiter stär- ken konnten. Dieser Weg war nicht einfach. Er war mit Opfern ver- bunden, mit Einschränkungen, mit manchem Verzicht. Viele haben dabei geholfen, großartige Leistungen erbracht und vielfältige Anstrengungen unternommen. Dafür möchte ich Ihnen allen herzlich danken." (Kanzler Kohl in der Neujahrsansprache) Zwar redet er bloß von s e i n e r Deutung seiner eigenen poli- tischen Jahresbilanz und es ist bloß s e i n e Verzückung, die er da über alle Medien loswird, aber beides hält er wie von selbst für die gebotene Sicht der Dinge, die von jedermann ge- teilt wird: "Wir" blicken zurück und sind "dankbar"! Die Lage: Hervorragend! ----------------------- Über das, was hier zur Dankbarkeit verpflichten soll, hat der Kanzler eine höchst eigene Sicht. Von den p o l i t i s c h e n T a t e n, die ja die Posten seiner ruhmreichen Bilanz ausma- chen, will das deutschnationale "Wir", das da aus Kanzlermund spricht, nichts in Erwähnung bringen. In einer ebenso einfachen wie einfältigen Draufsicht präsentieren sie sich unterschiedslos als gewachsene "Kraft" des deutschen Volkskörpers, und diesen R a s s i s m u s seines Kanzlers bekommt das angesprochene Volk als Grund für Dankbarkeit serviert! Großzügig verzichtet der Kanzler noch auf den leisesten Anschein von Bemühung, mit den Fakten, die er mit seiner Politik setzt, für sie zu werben. Denen, die er zu Betroffenen m a c h t, teilt er vom Standpunkt eines wohlwollenden Unparteiischen aus mit, daß er sie im duldsa- men A u s h a l t e n des abverlangten Opfergangs a n e r k e n n t - und das legt er ihnen als ein ausgemachtes Gütesiegel seiner Politik ans Herz. Mit "manchem Verzicht" und "vielfältigen Anstrengungen" bei der Kunst des Einteilens der staatlich und durch "wirtschaftlichen Sachzwang" beschnittenen Mittel, die so rührend "unser Leben in Familie und Beruf geprägt hat" (Kanzler Kohl): genau s o verdient sich ein demokratisches Volk seine Meriten und von seinem Chef zu Silvester einen warmen Händedruck für die erbrachten "großartigen Leistungen". Wer das Jahr über sein feststehendes Pflichtprogramm absolviert und sich brav nach der Decke gestreckt hat, hat - so sieht das der Kanzler - jeden erdenklichen Grund für Zufriedenheit. Er hat nämlich bei einem Gemeinschaftswerk namens "Politik" m i t g e h o l f e n und so das Seine dazu getan, damit das Werk den zuständigen Ma- chern auch g e l i n g t: "1985 war ein Jahr harter Arbeit. Wir haben sparsam und solide gewirtschaftet und gute Erfolge erzielt. Wir konnten erste Früchte ernten - für Besonnenheit und Opfer in den Jahren zuvor. Die Preise sind stabil. Viele Millionen Arbeitnehmer gehen mit der Gewißheit ins neue Jahr, daß ihre Arbeitsplätze wieder sicher sind. In diesem und im nächsten Jahr entstehen eine halbe Million neuer Arbeitsplätze. Die Staatsfinanzen sind gut geordnet. Die Rentner können wieder Vertrauen in ihre Alterssicherung haben. Die Maßnahmen für den Umweltschutz wirken sich positiv für Men- schen und Natur aus." Die Regierung gratuliert sich zur erfolgreichen Lösung von jenen "P r o b l e m e n", die eigens erfunden wurden, um jeder ein- zelnen ihrer Machenschaften den Stempel eines verantwortungs- vollen Dienstes an einer herbeigelogenen Gemeinsamkeit aller auf- zudrücken. Damit stiftet sie sich den Grund, mit sich selbst zu- frieden zu sein, und da k a n n k e i n e r, vom Rentner bis zum Arbeitslosen, m e h r u m h i n, die Lage für ganz ausge- zeichnet zu befinden und voller Zuversicht des nächsten Jahres "harter Arbeit" zu harren: Soweit sein Auge reicht, entdeckt der Kanzler bei seinem Volk nur Vertreter jener Gesinnung, in der er selbst sich sonnt: "Das geistige Klima in unserem Lande ist heute anders als vor ei- nigen Jahren. Hoffnungslosigkeit und Pessimismus sind überwunden; Zuversicht und Optimismus sind überall spürbar." Die Perspektive: Glänzend! -------------------------- Daß ein von der prinzipiellen Dienstbarkeit seines Volkes ver- wöhnter Kanzler zuversichtlich und optimistisch wird, wenn er den mit den Diensten seines Volkes zuwegegebrachten nationalen Erfolg bilanziert, mag man ja noch verstehen. Daß er aber deswegen auch gleich noch meint, das ganze Volk müßte von derselben großartig zuversichtlichen Stimmung getragen sein wie er und die wäre aus- gerechnet auch noch d a s Kapital, mit dem Deutschlands Zukunft gedeiht - "Mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen werden wir auch künftig im internationalen Wettbewerb Erfolge erzielen, die allen zugute kommen" (Kohl) -, zeugt nicht bloß von Dummheit: Da wird der Republik von denen, die die politischen Geschäfte ver- walten, eine S t i m m u n g v o l l e r Z u v e r s i c h t als die Leitlinie verordnet, an der entlang man die politischen Taten wertschätzen soll. A l s D i e n s t l e i s t u n g p u r, also ohne Beurteilung ihrer Zwecke und Anliegen und erst recht ohne den Maßstab des eigenen praktischen Bedürfnisses, das durch sie beschnitten wird, soll die Politik dem Idealismus ihres obersten Herrn zufolge g e w ü r d i g t werden - und entspre- chend verklärt sie sich zu einer einzigen schwarz-rosig-goldenen Perspektive, nach innen wie nach außen. So wissen diese politi- schen Frohnaturen nicht bloß, daß die "wirtschaftliche Situation" so famos ist, weil glatt auch noch die "Zuversicht den Pessimis- mus überwunden hat und zu einen regelrechten Produktionsfaktor geworden ist" (Kohl im 'Handelsblatt'). Der A u f s c h w u n g, den die Gewinne der Unternehmer dank lohnender Verwendung billi- ger Arbeitskraft und mit der damit einhergehenden stattlichen An- zahl Arbeitsloser machen, ist so großartig, daß aus ihm genau das Umgekehrte zuversichtlich zu prognostizieren geht. So rundum zu- frieden mit der "Entwicklung am Arbeitsmarkt" mag man nicht sein, aber: "Aber auch hier wird sich aller Voraussicht nach im Jahre 1986 eine weitere Entwicklung zum Besseren bemerkbar machen. Denn wir können sehr realistisch damit rechnen, daß die Wachstumsraten der vor uns liegenden zwölf Monate am Arbeitsmarkt nicht vorbeigehen werden." (Wirtschaftsminister Bangemann im 'Handelsblatt') Der Kollege Blüm hat den Optimismus ganz genau ausgerechnet und macht für dieselbe Lüge vom S e g e n der Wachstumsraten für die Arbeitslosen mit Zahlen Eindruck. Diese s i n d zwar gerade ohne Einkommen, w e i l die Arbeitskraft und ihre Verwendung ein Vehikel des Wirtschaftswachstums i s t - aber wenn man's um- gekehrt sieht, kann man sich einbilden, daß m e h r Wachstum "mehr Beschäftigung" heißt, und sich daraus Zuversicht schnitzen: "Der Mitte 1984 begonnene Beschäftigungsaufbau ist also nicht auf Sand gebaut. 1985 hat nach übereinstimmender Auffassung die Be- schäftigung um rund 200 000 Personen zugenommen. Für 1986 werden rund 300 000 zusätzlich Beschäftigte erwartet. Erstmals seit 1979 wird 1986 die Arbeitslosenzahl sinken." (Blüm im 'Handelsblatt') Der soziale Friede: Bombensicher! --------------------------------- "Der Aufschwung in der Bundesrepublik geht ins vierte Jahr" (Arbeitgeberpräsident Esser), "Unsere Wirtschaft... befindet sich wieder auf einem soliden Wachstumskurs: Es geht deutlich auf- wärts!" (Kanzler Kohl) - das mag schon so sein, und für etwas an- deres als für Erfolgsmeldungen dieser Sorte haben sich die vom Kanzler gepriesenen "Opfer in den Jahren zuvor" auch wirklich mehr gelohnt. Aber durch einfaches Umlügen kriegt man für 1986 eine vielversprechende Zukunft her: "Der anhaltende wirtschaftli- che Aufschwung und die Zunahme der Beschäftigung zeigen, daß wir auf dem richtigen Weg sind" - die lieben arbeitslosen "Mitbürger", die der Kanzler mitsamt ihrer "Not" just 1 Minute vorher im Mund geführt hat, werden sich gefreut haben! Sehr gelungen auch, wie denen Optimismus verordnet wird, die m i t viel Arbeit für das "Wirtschaftswachstum", aber entspre- chend wenig Geld, auch nicht übermäßig viel zum Lachen haben. 3% weniger Geldentwertung stellen mindestens genausoviel % mehr Reichtum bei denen dar, die nichts von ihm zu sehen bekommen ha- ben. Man setze einfach die durchschnittliche Preissteigerung, also den statistisch ermittelten Kaufkraftverlust, ins Verhältnis zu einem fiktiven, denkbaren und noch viel größeren Preisanstieg - und siehe da: aus den Einbußen, die ein Konsument mit be- schränktem Geldbeutel ganz automatisch und todsicher wegen der sinkenden Kaufkraft seines Geldes hinnehmen muß, wird ein statt- licher Gewinn. So kann der Herr Arbeitsminister den drei Jahren gewerkschaftspolitischer und staatlicher L o h n s e n- k u n g s r u n d e n unter seiner Amtsaufsicht genau den gegenteiligen Effekt anhängen: "Der Lohn einer moderaten Tarifpolitik: Mehr Geld und mehr Beschäftigung" (Blüm im 'Handelsblatt'). Daß ihm jemand seinen Unsinn ernsthaft glaubt, wird der Minister wohl selbst nicht meinen, und daß seine Froh- botschaft ihren ganzen Grund in der A n s p r u c h s l o s i g k e i t deutscher Arbeitskräfte und ihrer lohnenden Benutzung hat, haben die zuständigen Unternehmer auch ohne Blüm kapiert: Billiglohn - was sonst! Und natürlich: für mehr ßeschäftigung"! "Für die Einführung einer tarifvertraglich abgesicherten zeitlich befristeten 'Einstiegslohngruppe' unterhalb des Normallohnes als Teil einer beschäftigungswirksamen Neustrukturierung des Tarifsy- stems hat sich der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Dieter Kirchner, ausgesprochen." (Süddeutsche Zei- tung vom 30.12.1985) Angesichts solcher Erfolge bei der A u s b e u t u n g des ei- genen Arbeitsvolks nimmt der Optimismus des Kanzlers auch den Grenzen das Trennende: Europa ist auch 1986 unser - noch dazu er- weitert um Spanien und Portugal. "Bis Ende 1992 wollen wir den europäischen Binnenmarkt vollenden - jenen großen freien Wirtschaftsraum, in dem über 300 Mio. Men- schen leben. Wir Deutschen werden daraus den größten Nutzen zie- hen, denn unsere Wirtschaft braucht den frischen Wind des Wettbe- werbs nicht zu scheuen." Der Friede weltweit: Immer sicherer ----------------------------------- Auch über ihre sonstigen außenpolitischen Machenschaften zieht die Bundesregierung eine "positive Bilanz". Die heißt nicht ein- fach und wahr: In Sachen Aufrüstung und Vorbereitung auf die di- versen Kriegsetappen alles erledigt, was wir uns vorgenommen ha- ben; offene Restposten bei Material und Mannschaft werden zügig in Angriff genommen, und ansonsten sorgen wir mit Diplomatie und unserer "Wirtschaftskraft" für den weltweiten deutschen Erfolg. Sondern: "Unser Ziel bleibt: Wir wollen Frieden schaffen mit immer weniger Waffen! Das heißt: Vorankommen auf dem schwierigen Weg der Abrü- stung. Wir wollen das um unserer eigenen Sicherheit willen. Aber wir wollen es auch, weil es widersinnig ist, daß die Rüstungsaus- gaben weltweit steigen, während viele Millionen in der Welt Hun- ger leiden und in großer Not leben, Menschen, die unsere Hilfe brauchen." (Kanzler Kohl) Natürlich geht es darum, mit b e s s e r e n Waffen einen F e i n d zu schaffen; aber wenn die diesbezüglichen Vorberei- tungen praktisch und rüstungsdiplomatisch von der NATO in Gang gebracht werden, versteht sich das als ein einziger Friedens- dienst: "Verhandeln ist besser als schießen" - wo das verkündet und geglaubt wird, gilt, weil u n t e r h a l b des Waffen- gangs, noch jede Tat seiner Vorbereitung als "Friedenssicherung". Und solange die Gegenseite den Frieden nicht aufkündigt und be- teuert, wie sehr ihr an der Wahrung des diplomatischen Verkehrs gelegen ist, darf sich die U n v e r b r ü c h l i c h k e i t der e i g e n e n f e i n d l i c h e n Absicht als Schritt feiern, den Gegner auf Friedenskurs zu bringen: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein verläßlicher Partner im westlichen Bündnis. Unsere Standfestigkeit hat mit dazu beigetra- gen, daß das Gespräch zwischen Ost und West wieder in Gang gekom- men ist." (Kanzler Kohl) Die Russen "verhandeln" - von einem mittlerweile perfekt herge- richteten "eurostrategischen Gleichgewicht" zusätzlich bedroht und mit dem westlichen Bekunden konfrontiert, daß es auch bei der nächsten Aufrüstungstat namens SDI nichts zu verhandeln gibt. Das soll man begreifen als "Festigung des Friedens in der Welt" (Kanzler Kohl) und seinen politischen Herren bei jeder noch kom- menden Härte und Unnachgiebigkeit im Umgang mit den Osten - vor- nehm heißt das "Standfestigkeit" - vertrauen. Die Opposition: Der noch bessere Optimismus! -------------------------------------------- Gegen die selbstzufriedene Lagebeurteilung der Bundesregierung meldet die offizielle Opposition keinerlei Einwände an, im Gegen- teil: "Die gesamtwirtschaftlichen Daten sind heute besser als sie es 1982, mitten in der scharfen weltwirtschaftlichen Rezession, waren. Es gibt keinen ernst zu nehmenden Fachmann, der für 1986 nicht eine Fortsetzung dieser Entwicklung sähe... Wir begrüßen dies." (H.-J. Vogel im "Handelsblatt") Obwohl auch für die alter- native Regierungspartei die Lage ganz ausgezeichnet ist, sie wäre nicht alternativ, hätte sie nicht ein "aber" anzumerken: "Wenn wir trotzdem bei der Beurteilung zurückhaltend bleiben, dann deshalb, weil die Entwicklung nicht allen zugute kommt. Eine so lange Phase des wirtschaftlichen Anstiegs, wie wir ihn jetzt erleben,... sollte die besten Aussichten zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage jener Menschen bieten, die am meisten unter den Folgen volkswirtschaftlicher Schwierigkeiten zu leiden haben." Weil er den Christen den Vorwurf machen möchte, diese "Aussichten" nicht genutzt zu haben, weint der Chef der Opposi- tion den "Arbeitnehmern", "Rentnern" und "sozial Schwachen" Kro- kodilstränen hinterher - gerade so, als ob nicht ein Kanzler sei- ner Partei die Rede vom "verwöhnten" deutschen Volk in die Welt gesetzt und die einschlägigen Sparmaßnahmen eingeleitet hätte! Dem regierungsamtlich breitgetretenen Optimismus heuchelt Vogel die Sorge hinterher, ob denn die große Volkseinheit von Staat und Bürgern - von der ein Kohl so selbstbewußt ausgeht, daß er nur noch "wir" sagt, wenn er von sich redet - auch wirklich wasser- dicht sei. Dazu fällt ihm nicht zufällig die Lüge vom Nachkriegs- deutschland ein, wo ja bekanntlich a l l e g e m e i n s a m in dem Boot saßen, das dann die deutschen Wertarbeiter wieder flottgekriegt haben: "Unsere Gesellschaft steht heute vor großen Aufgaben, die nur ge- meinsam gelöst werden können: Sicherung des Friedens in einer waffenstarrenden Welt, Versöhnung von Ökologie und Ökonomie in unserer Industriegesellschaft, Bekämpfung der Massenarbeitslosig- keit. Jede dieser Aufgaben ist vergleichbar mit den Herausforde- rungen an unser Volk nach 1945. Nur: 1945 und danach haben wir die Kräfte gebündelt. Heute dagegen soll nach den Vorstellungen der Regierungskoalition die strukturelle Krise allein von den Ar- beitnehmern, den Rentnern, den sozial Schwachen aufgefangen wer- den." Das "Wende"-Ideal vom Volk als einer großen nationalen Dienst- mannschaft - auf sozialdemokratisch heißt die Parole: "Solidarität statt Spaltung!" Die von oben verordnete Gesinnung zur verlangten absoluten Botmä- ßigkeit beim Antreten für den Erfolg Deutschlands - alternativ buchstabiert sie sich: "Zuversicht statt oberflächlichem Optimis- musgerede!" Die Christen geißeln den kleinlichen, die nationale Einheit bloß störenden "Materialismus" und das Sinnen nach Wohl- befinden - Originalton Kohl: "Wir müssen wegkommen von einer Ein- stellung, bei der das Wichtigste die Freizeit ist. Das Wichtigste ist die Zukunft. Wir müssen begreifen, daß Ansprüche nur durch Leistungen gedeckt werden können." - Wie heißt das wohl bei der SPD? Richtig: "Gerechtigkeit statt Egoismus." (H.-J. Vogel) D a f ü r soll man ganz unbedingt die SPD-Kanzleralternative Rau w ä h l e n. Nicht, weil man sich von dem oder seiner Politik etwas zu versprechen hätte. Sondern weil man unter Kanzler Rau sehr viel Zuversicht schöpfen darf: "Der Kanzlerkandidat der So- zialdemokraten könne die Arbeitslosigkeit allerdings auch nicht in kurzer Zeit auf Null bringen. Dafür sei die europäische und internationale Verflechtung der Bundesrepublik zu stark." Aber: "die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als Gemeinschaftsaufgabe zu formulieren und ihr höchste Priorität einzuräumen" (H.-J. Vogel, Süddeutsche Zeitung v. 3.1.86), - das schafft die SPD genauso gut wie die CDU. * Im ganzen Lande eine Bombenstimmung. zurück