Quelle: Archiv MG - BRD ALLGEMEIN - Auf dem Weg zur Weltmacht


       zurück

       Wochenschau
       

GEISTIGE FÜHRUNG

nahm Bundeskanzler Helmut Kohl letzte Woche in einem Interview mit "Bild der Frau" wahr durch ein paar Klarstellungen, wie sich eine von der Union geführte Regierung die deutsche Frau wünscht. Zunächst wie jede deutsche Führung in den letzten 50 Jahren: "Meine Hochachtung unseren Müttern, die ein Leben lang ihre Pflicht getan haben, ohne zu protestieren... Die sich aufopfern, die ungeheure Leistungen vollbracht haben nach zwei Kriegen." Das hat natürlich von Wilhelm II. über Hitler auch jeder deutsche Nachkriegskanzler geschätzt am weiblichen Wesen: Den Nachwuchs der Nation gezeugt und hochgezogen zu haben für das Schlachtfeld der Produktion und das der Ehre, für welch' letzteres ganz aktu- ell wieder jede Menge Personal gebraucht wird, obwohl zur Zeit auf erstem das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. Daß Deutschlands Mütter so blöd waren, Vater Staat das Kanonenfutter in ausreichender Menge hinzustellen, kleidet Kohl in ein Lob, das dem Geist der Gebärmütter die schlichteste Einfalt als Prädikat hinreibt: "Die, die nie demonstrieren konnten - gar nicht wissen, wie das geht." Dann folgt ein Verweis auf gesteigerte Anforderun- gen an die weiblichen Staatsbürger, eingekleidet in eine hochof- fizielle christdemokratische Übernahme des Lamentos der Frauenbe- wegung: "Wir in Deutschland haben zwar verfassungsrechtlich die Gleichberechtigung, aber die gelebte Verfassung ist noch meilen- weit davon weg." Garniert mit einem Angriff auf den Koalitions- partner Genscher: "Warum soll zum Beispiel eine Frau nicht Außen- minister werden?" Warum nicht! Man denke nur an die Erfolge der Engländer mit Mrs. Thatcher als Premier und Oberbefehlshaber im Falklandkrieg. Daß die deutschen Weiber werfen, was das Zeug hält und auch noch im Leutebeuteln den Männern Konkurrenz machen, reicht dem Chauvi aus der Pfalz immer noch nicht. Augenzwinkernd plaudert er aus der eigenen Hose, verpackt in ein Kompliment, das man ihm auswärts gemacht haben soll: "Oft sagen mir Freunde aus dem Ausland: Helmut, was habt ihr hier für tolle Frauen." Wirk- lich - wenn ich mich in den Büros und auf der Straße umschaue, trotz aller Emanzipation, sind unsere Frauen wunderbar weiblich geblieben." Dies ein kleiner Anreiz für des Kanzlers Botschaft: "Das Ja zum Kind ist auch ein Ja zum Optimismus, zur Lebensfreude - zur Zukunft Deutschlands!" heißt die Forderung. Um ihr mit Kohls Traumfrau - einer Kombination von Inge Meysel, Nastassja Kinski und Dorothee Wilms - erfolgreich nachzukommen, dabei muß man schon ganz fest an Deutschland denken. zurück