Quelle: Archiv MG - ASIEN JAPAN - Besonderheiten einer Handelsnation
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Bochumer Hochschulzeitung, 08.11.1983
Wochenschau
KOHL IN JAPAN
Eine neue "Achse" zwischen Deutschland und Japan, diesmal gegen
den wirklichen Feind, festgehalten in einer "Erklärung von To-
kio", schmiedete der Kanzler mit seinem japanischen Kollegen Na-
kasone. W i r t s c h a f t l i c h war eh alles klar - hier
berief man sich auf die Ergebnisse der letzten Weltwirtschafts-
konferenz der imperialistischen Führungsmächte in Williamsburg:
Es wird munter weiterkonkurriert, und man ermahnt und verspricht
sich gegenseitig, den Wirtschaftspartner dabei nicht zu sehr zu
schädigen, weil er mit Gegenmaßnahmen droht. So konnte man "je
ein Drittel der Gesprächszeit auf Fragen der S i c h e r h e i t
(Raketenproblematik) und die Beurteilung der i n t e r n a-
t i o n a l e n L a g e und der verschiedenen Krisenherde"
konzentrieren. Da waren sich die Konkurrenten ganz einig. Der
Kanzler stellte fest, daß es in Fragen der Sicherheit keine
Lösung auf Kosten Japans geben dürfe - also ausschließlich zu
Lasten der SU, was "vom japanischen Volk mit großer Freude ge-
hört" (Nakasone) wurde. Kohl vertrat seinerseits die mindestens
ebenso große Freude des chen Volks darüber, daß Japan massiv auf-
rüstet und sich auf seine "sicherheitspolitische Verantwortung"
innerhalb des westlichen Bündnisses besinnt. D a b e i will
Bonn helfen: Japanische Waffengroßaufträge in Zukunft nicht nur
nach USA, sondern auch für die Bundesrepublik - das wird wiederum
Krauss-Maffei freuen. So sieht gegenwärtig westliche Völkerver-
ständigung aus.
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